«Can a homosexual be considered someone worthy of membership in the Communist Party?», eröffnete Genosse Harry Whyte 1934 seinen an Joseph Stalin gerichteten Brief (zit. nach Workers’ Liberty 2023). Whyte, aus Schottland in die Sowjetunion emigriert, um der homofeindlichen Gesetzgebung in seinem Herkunftsland zu entgehen, war Zeuge einer der florierendsten queeren Subkulturen seiner Zeit unter den Bedingungen der Entkriminalisierung queerer Lebens- und Begehrensformen im jungen Sowjetstaat. Genosse Whyte erlebte jedoch auch die Erdrosselung eben jenes Fortschritts: Unter den Vorzeichen der sich abzeichnenden Systemkonkurrenz mit dem faschistischen Deutschland wurden queere Lebensweisen als Ausdruck einer angeblichen bürgerlichen Degeneration bekämpft.[1] Die sowjetische (teilweise) Rekriminalisierung queerer Lebensweisen ist eine der Tragödien des Versuchs realer sozialistischer Transformation. Ihre Begründung enthält jedoch einen Funken ironischer Wahrheit. Moderne queere Lebensweisen, das bedeutet ihre Selbstorganisation und politische Bewusstwerdung, sind in der Tat Produkte der bürgerlichen Gesellschaft. Denn diese bringt Bedingungen hervor, die es immer mehr Menschen erlauben, ihr Leben außerhalb eng abgesteckter, familiärer und vergeschlechtlichter Bahnen zu gestalten.
Unfreiwillig bereitet die bürgerliche Gesellschaft dem Pflänzchen der Queerness den Boden, deren tatsächliche Verwurzelung und Blüte muss diese Gesellschaft aber beschneiden: Die gesellschaftliche Reproduktion unter kapitalistischen Bedingungen wird in der Form der bürgerlichen Familie mit einer Politik der Heterosexualität, bestehend aus Einhegung, Unterdrückung und Verdrängung von Queerness, durchgesetzt. Welche Form diese Durchsetzung annimmt, verändert sich mit den gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen. Der heutige, krisenhafte, späte Neoliberalismus zeichnet sich durch eine immer repressiver werdende Geschlechterpolitik aus, die der Wahrung seiner maroden Basis dient.
Von Fairies und Familienvätern: Queere Vergemeinschaftung und die Schaffung der Kernfamilie
Entgegen den Behauptungen konservativer Traditionalist*innen ist die Form der heterosexuellen Kernfamilie aus Frau und Mann (durch die Ehe verbunden) und deren Kindern weder sonderlich alt noch naturgegeben. Ihre Entstehung lässt sich nur im Zusammenhang mit den jeweiligen Produktions- und Reproduktionsverhältnissen verstehen, die aufs Engste miteinander verwoben sind. So ging die Entstehung des privaten Eigentums Hand in Hand mit der «welthistorischen Niederlage», die die Unterwerfung derjenigen bedeutete, deren Körper für ihre Gebärfähigkeit ausgebeutet werden sollten (Engels 1894). Aus der patriarchalischen Spaltung der Gesellschaft erwächst auch die Notwendigkeit, unterschiedliche gesellschaftliche Rollen für diejenigen zu schaffen, deren Geschlechtlichkeit und Begehren nicht in diese Teilung passen.
In nachfolgenden Klassengesellschaften des Altertums nimmt die Organisierung von Geschlecht und Sexualität verschiedene Formen an, die sowohl Stigmatisierung als auch gesellschaftliche Toleranz umfassen. Erst mit der spätrömischen Christianisierung, die mit dem Beginn der feudalen Produktionsweise zusammenfällt, setzt eine systematische Kriminalisierung sexueller und geschlechtlicher Devianz in Europa ein (vgl. Mohr 2009: 70). Die Enge der bäuerlichen mittelalterlichen Dorfgemeinschaften, in denen der Großteil der europäischen Bevölkerung organisiert ist, und die strenge christliche Sexualmoral lassen kaum Platz für diverse sexuelle und geschlechtliche Lebensführungen. Diese werden an die Ränder städtischer Gesellschaften verdrängt.
Gegen Ende des Mittelalters gewinnen die Städte zusammen mit dem sich herausbildenden Handwerks- und Handelskapital eine neue Stellung im Produktionsprozess, der seinen feudalen Charakter zu verlieren beginnt. Die sich daran anschließenden Einhegungen, die zuvor in Gemeinbesitz befindliches Land in privaten Besitz überführen, gehen einher mit der Entwurzelung und Vertreibung der ländlichen Bevölkerung, die eine Umwälzung der gesamten sozialen Struktur ins Rollen bringt. Am Ende dieser Entwicklung steht die gesellschaftliche Fragmentierung in einzelne Familien, als kleinste Einheiten der neuen, bürgerlichen Gesellschaft und ihrer kapitalistischen Produktion und Reproduktion.
Die mittelalterliche Organisation der gesellschaftlichen Reproduktion erfolgte im dörflichen, christlich-patriarchalen Rahmen bereits bedingt vergeschlechtlicht, vorrangig war sie aber saisonal beeinflusst. Lagen Felder im Winter brach, besorgten alle Mitglieder der mehrgenerationalen bäuerlichen Familie die häuslichen Arbeiten. Mit der Verstädterung der europäischen Gesellschaften verkleinert sich die Familie und vertieft sich die geschlechtliche Arbeitsteilung hin zu einer strengen Trennung in zwei Sphären. Häuslich organisiert werden Sorge, Erziehung, Ernährung und andere Arbeiten, die notwendig sind, um sicherzustellen, dass die lohnarbeitenden Familienväter ihre Arbeitskraft in der öffentlichen Sphäre der Produktion im Dienst der besitzenden Klasse verausgaben können (vgl. Marx 1974: 184 f.). Im Lohn des Arbeiters eingepreist ist die Wiederherstellung seiner Arbeitskraft sowie die Versorgung seiner Familie, die diese Reproduktion besorgt. Die Abhängigkeit vom Lohn bezeichnet damit sowohl die Position des Arbeiters in der kapitalistischen Produktionsweise als auch die Bindung der auf die häusliche Sphäre verwiesenen Frauen an die lohnarbeitenden Ehemänner und Familienväter, bezeichnet also auch die «Haussklaverei der Frau» (Engels 1894: 75) durch den sogenannten Familienlohn.
Mit den Städten wachsen aber zugleich die Möglichkeiten für Lebensweisen in proto-queeren Gemeinschaften außerhalb der heterosexuellen Familie. Die neue urbane Anonymität erlaubt das Ausleben sexueller und geschlechtlicher Freiheit. Wer für die eigene Devianz aus dem Schoß der Familie fällt, findet in der wachsenden, modernen Stadt leichter alternative Sorgenetzwerke. So entstehen in London im frühen 18. Jahrhundert neben den gängigen Kaffeehäusern und Tavernen auch die sogenannten Molly Houses, meist in Hinterzimmern gelegene Treffpunkte für die Überschreitung sexueller und geschlechtlicher Normen – sehr zum Missfallen der britischen Staatsmacht, deren harsches Vorgehen gegen Sodomie diese Subkultur verdrängt (vgl. Williams 2025).
Mit dem Anwachsen der lohnarbeitenden Klasse verbreiten sich auch in US-amerikanischen Großstädten proletarische proto-queere Gemeinschaften wie die der sogenannten Fairies (vgl. Titanic Voyage History Center 2023): feminin auftretende Personen, die heute wohl als transfeminin beschrieben werden würden und von denen viele von Sexarbeit leben.
Die kapitalistische Entwicklung bedarf neben der Aneignung des europäischen, ehemals in Gemeinbesitz befindlichen Bodens auch der «Verschlingung aller Völker» (Marx 1974: 790 f.) als Teil ihrer ursprünglichen Akkumulation. Die kolonialen Erschließungen durch die «Entdecker» spülen verfügbares Kapital in Form von Raubgut und bald auch versklavtem Menschenmaterial in die Hände der europäischen Herrschenden und schaffen die Voraussetzungen für den kapitalistischen Weltmarkt.
Mit der kolonialen Herrschaft exportieren die europäischen Mächte zugleich ihre enge Sexualmoral. Sie verfolgen nichteuropäische Geschlechter- und Sexualpraktiken als «sodomitisch» und rechtfertigen ihre Gewalt zunächst christlich, später mit dem vermeintlichen zivilisatorischen Auftrag der Aufklärung.
Bereits 1513 vergehen sich die Konquistadoren um Vasco Núñez de Balboa an der indigenen Bevölkerung Panamas, weil diese nicht den europäischen Geschlechternormen entsprechend leben (vgl. d’Anghiera 1534: 145 f.). Mit abgerichteten Hunden foltern und ermorden sie die indigenen Cueva – ein Akt der Gewalt, der die Verbrechen der zeitgenössischen Kolonialregime auf unheimliche Weise widerspiegelt.[2]
Die koloniale Globalisierung des Kapitalismus zerstörte so unzählige Gemeinschaften. Gleichwohl schuf sie eine – wenn auch durch tiefste Ungleichheit gekennzeichnete – globale Gesellschaft. Die Historikerin Jules Gill-Peterson (2024: 12 f.) beschreibt, wie der Kolonisierung und Eingemeindung in kapitalistische Wertschöpfungsketten auch eine kulturelle Homogenisierung folgt, die sich in der heute weltweiten Dominanz US-amerikanisierter Diskurse von Geschlechtsidentität, Gender und Sexualität niederschlägt. Die gewaltsame kulturelle Homogenisierung schafft gleichzeitig aber auch politische queere Subjekte, die ihre Interessen in weltgeschichtlich nie dagewesener Weise hörbar machen können.
Widersprüche der bürgerlichen Gesellschaft und ihre Bewältigung
Die zunehmende Vergesellschaftung der Produktionsverhältnisse unter der Herrschaft des Kapitals strebt nach der Privatisierung der Reproduktion in den Schranken der heterosexuellen Familie. Sie schafft dabei aber auch Bedingungen, die die Familie bedrohen. Einerseits direkt durch ihren eigenen Akkumulationsdrang.
Die Kapitalist*innen streben danach, den Arbeitenden immer mehr Arbeit ohne zusätzliche Entlohnung abzuknüpfen: durch die Verlängerung der Arbeitszeit, die Senkung des Lohnes – auch über das Maß der lebenserhaltend notwendigen Lohnuntergrenze hinaus – und durch die Entwicklung der Produktivkräfte, die die Vereinnahmung immer neuer Arbeitskraft ermöglicht. Die Entwicklung der modernen Maschinerie und die daraus folgende Industrialisierung werfen, wie Marx schreibt, «jedes Mitglied der Familie auf den Arbeitsmarkt» (Marx 1974: 417) und verteilen damit den Wert der Arbeitskraft des Mannes auf die ganze Familie. Der Familienlohn, der die Reproduktionskosten aller Familienmitglieder enthielt, wird durch den individuellen Lohn für jedes arbeitende Familienmitglied aufgehoben.
Frauen, nun selbst lohnarbeitend, gewinnen zwar eine relative Unabhängigkeit vom Lohn ihres Mannes, das Kapital nutzt dies aber ein ums andere Mal als Mittel zur Lohndrückerei gegen alle Arbeitenden.[3] Hinzu kommt, dass die Frauen nach der Schicht weiterhin die private Reproduktion in der häuslichen Sphäre besorgen.
Die in der bürgerlichen Gesellschaft abgesteckte Rolle der proletarischen Frau ist sowohl die der Lohnarbeiterin als auch die der Sorgearbeitenden und Mutter. Dabei ist der kalkulierte Arbeitszeitausfall durch reproduktive Pflichten ein zusätzlicher Vorwand, um den Lohn zu drücken. Das hinterlässt aber eine Lücke in der Deckung der Reproduktionskosten, die auf Kosten der Familie geht. Die kapitalistische Akkumulation bleibt also auf die Familie angewiesen und untergräbt sie gleichzeitig.
Andererseits schafft die bürgerliche Gesellschaft den Raum für Lebens- und Begehrensweisen außerhalb der heteronormativen Familie. Aus der familiären Sphäre herausfallend werden LGBTQIA+ dafür stigmatisiert, ihr Geschlecht und ihre Sexualität – in der bürgerlichen Moral als Privatsache deklariert – in der Öffentlichkeit zu verhandeln (vgl. Bouvar 2025).
Besonders drastisch tritt diese Politik der Heterosexualität gegenüber trans Personen auf, insbesondere transfemininen Personen. Transfeindlichkeit soll transgeschlechtliche Menschen von der Transition abhalten und sie auf reproduktive Rollen gemäß des ihnen bei Geburt aufgezwungenen Geschlechts festlegen. Dabei erfahren trans Frauen und transfeminine Personen Unterdrückung in doppelter Weise: Einerseits werden sie, wie andere LGBTQIA+ auch, queerfeindlich stigmatisiert, um die Abweichung ihrer Lebensweise von der binären und heterosexuellen Norm zu sanktionieren und sie zu einer normkonformen Lebensweise zu zwingen. Andererseits werden sie auch als Frauen misogyn unterdrückt entlang der ideologischen Normen, die Femininität und Weiblichkeit abwerten, sexualisieren und entmenschlichen.
Die bürgerliche Gesellschaft ist auf die vergeschlechtlichte Organisation der Reproduktion angewiesen und muss zugleich deren Widersprüche regulieren. Mit der Herausbildung moderner Nationalstaaten erhält diese Regulierung eine neue Qualität: Geschlechter-, Familien- und Reproduktionsverhältnisse werden nun systematisch rechtlich geregelt und staatlich durchgesetzt. Dadurch gewinnt die Geschlechterpolitik als Mittel der Bevölkerungskontrolle eine übergeordnete Bedeutung. So auch in Deutschland, als sich 1871 die deutschen Kleinstaaten zum Kaiserreich zusammenschließen. Bürgerliches Gesetzbuch (1875) und Personenstandsgesetz (1900) vereinheitlichen die rechtlichen Regelungen von Geschlecht, Ehe und Familie und ersetzen zuvor teils offenere Regelungen durch eine strikte binäre Geschlechterordnung im Sinne der reproduktiven Volksgemeinschaft. Hinzu kommt das Strafgesetzbuch, das mit seinem § 175 Personen als «homosexuell»[4] kategorisiert und kriminalisiert, um die heterosexuelle Sittlichkeit mit dem Polizeiknüppel – später mit KZ und Rosa Winkel – durchzusetzen.
Dass die dezidierte politische Verfolgung von Queerness in der BRD anhielt, während das sozialistische Deutschland § 175 zunächst faktisch außer Kraft setzte und 1968 schließlich abschaffte und vergleichsweise niedrigschwelligere Möglichkeiten der rechtlichen Anerkennung von trans Personen schuf, zeigt, welcher übergeordnete Stellenwert der Politik der Heterosexualität in kapitalistischen Gesellschaften zukommt.
Von der Integration zur Barbarei: Verschärfung der Verhältnisse im späten Neoliberalismus
Die bürgerliche Politik der Heterosexualität beruht nicht allein auf Verdrängung und Repression, sondern auch auf teilweiser Integration. Zur rechtlichen Peitsche des deutschen Nationalstaats tritt das Zuckerbrot. In Form des Sozialstaats wird die oben erwähnte Lücke bei der Deckung der Reproduktionskosten geschlossen. Die staatliche soziale Absicherung – auch wenn sie seinerzeit in Reaktion auf die zunehmende Macht der Arbeiter*innen und der damals noch revolutionären deutschen Sozialdemokratie geschaffen wurde – erfüllt auf diese Weise auch einen systemstabilisierenden Zweck. Weiterhin wird geschlechtliche und sexuelle Nonkonformität in Form von Assimilierung integriert. Normative LGBTQIA+-Lebensweisen dienen der Lenkung von Queerness in bürgerliche Schranken. Maßnahmen wie die «Ehe für alle» dienen der ideellen Einhegung und Verwirklichung normativer Lebensweisen, deren Verwirklichung warenförmig an Queers zurückverkauft wird zum Profit derjenigen mit Privatbesitz an den Transitionsmitteln. An anderer Stelle wird Queerness unter der Maßgabe akzeptiert, einen exotisierenden Schauwert zu produzieren – ein Spektakel, das Queerness selbst zu Ware macht, für den Konsum durch die bürgerliche Mehrheitsgesellschaft. Welche Form der Regulation dabei in den Vordergrund tritt, hängt von den Bedingungen kapitalistischer Akkumulation und den gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen ab. In anderen Worten: Die integrative Herstellung von Konsens für den heterosexuellen Status quo muss sich der bürgerliche Staat leisten können.
Aktuell werden wir Zeug*innen, wie genau das nicht mehr der Fall ist. Der marode neoliberale Kapitalismus hat sich überlebt und das bislang führende deutsche Automobilkapital gerät ins Straucheln. Rettung verspricht man sich in der militarisierten offenen Konkurrenz mit imperialistischen Gegnern. Die dafür notwendige Rüstung wird aus den Einsparungen bei den eben beschriebenen Integrationsmechanismen finanziert. Der Wegfall der sozialstaatlichen Absicherung und Angriffe auf den Acht-Stunden-Tag und Teilzeitarbeit gehen vonstatten, ohne eine absehbare Rückkehr zum Familienlohn und stellen damit eine Rückkehr zur Haussklaverei auf höherer Stufenleiter dar, die die Verelendung und Abhängigkeit von Millionen von Frauen zur Folge haben wird. Erwartbarer Dissens mit der so erzwungenen, zweigeschlechtlichen Heterosexualität wird unterdrückt mit zunehmender Stigmatisierung der prekärsten und politisch unbequemsten Frauen und Queers (bzw. queeren/transgeschlechtlichen Frauen) und der zunehmenden Versicherheitlichung des Personenstandsgesetzes (vgl. Bouvar 2024). Gleichzeitig werden privilegiertere Frauen und Queers femo- und homonationalistisch in die autoritärer werdende bürgerliche Ordnung eingemeindet, zum Beispiel durch instrumentelle Scheinsolidarität angesichts queerfeindlichen Terrors – wie zuletzt beim Berliner CSD.
Kapitalismus schuf unfreiwillig Möglichkeiten queerer Subjektivierung, deren Selbstverwirklichung er durch zwanghafte, heterosexuelle und kernfamiliäre Organisierung der Gesellschaft dauerhaft zu unterbinden trachtet. Hierin wird die Volatilität der bürgerlichen Ordnung und ihrer immanenten Krisenhaftigkeit deutlich. Konfrontiert mit der Barbarei des faulenden Neoliberalismus und den daran geknüpften systematischen Angriffen auf queere Leben können wir somit die eingangs gestellte Frage des Genossen Harry Whyte erneuern: Sollten Queers im Sinne ihrer Befreiung zum Aufbau einer kommunistischen Partei beitragen, da sich die Versprechen der regenbogenfarbenen Integration gegen sie verkehren?
Weltweit werden heute kommunistische Kämpfe gegen die gewaltsame Fragmentierung unserer Beziehungen und die Privatisierung der Sorge und Reproduktion geführt. Leuchtende Beispiele sind die rechtliche Emanzipation queerer Lebensentwürfe in der kubanischen Familiengesetzgebung, trotz imperialistischer Bedrohung, oder die Integration queerer Genoss*innen in die Philippinische Kommunistische Partei und die New People’s Army, selbst unter den schwierigen Bedingungen des Guerillakriegs. Der Keim des Neuen sprießt in der Fäulnis des Alten – ziehen wir ihn heran.


