| Der tendenzielle Fall der Profitrate: Empirische Befunde aus sechs großen Volkswirtschaften, 1870-2015

Januar 2018  Druckansicht    Druckansicht
Von Minqi Li

Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ war laut Karl Marx eines der wichtigsten Themen der politischen Ökonomie. Als ein System, das auf dem Streben nach Profit und der „endlosen Akkumulation von Kapital“ (Wallerstein 2009) beruht, benötigt der Kapitalismus eine Profitrate auf einem gewissen Niveau, um erfolgreich und stabil funktionieren zu können. Sollte sich der tendenzielle Fall der Profitrate nicht aufhalten lassen, würde er zu einer unüberwindbaren Grenze der kapitalistischen Akkumulation werden und könnte die Überlebensfähigkeit des Kapitalismus als Wirtschafts- und Gesellschaftssystem gefährden (Marx 1894, 270).

Viele marxistische Ökonominnen und Ökonomen haben das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ diskutiert und beurteilt, aber empirisch ließ es sich nicht eindeutig beweisen und einige theoretische Fragen blieben ungeklärt. In diesem Text präsentiere ich zunächst aktualisierte empirische Daten zur langfristigen Bewegung der Profitrate in sechs wichtigen Ökonomien des kapitalistischen Weltsystems (das Vereinigte Königreich, Frankreich, Deutschland, die Vereinigten Staaten, Japan und China) für den Zeitraum 1855/1870 bis 2015 sowie deren gewichteten Durchschnitte. Im Anschluss daran erörtere ich die Beziehung zwischen der Profitrate und der Grenzprofitrate. Diese Untersuchung zeigt, dass das langfristige Niveau der Profitrate von dem Verhältnis der langfristigen Rate des Wirtschaftswachstums zur Nettoinvestition in produktives fixes Kapital als Anteil am Profit bestimmt wird. Daraus folgt, dass die Profitrate nur dann gegen null fällt, wenn die Wachstumsrate des Profits gegen null fällt.

Fallende Profitrate: Marx‘ Hypothese und der empirische Befund

Marx erörterte das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ im 3. Band des Kapital (Marx 1894, 221-277). Laut Marx tendiert der kapitalistische technologische Fortschritt stark zur Mechanisierung (der Ersetzung von Arbeitskraft durch fixes Kapital). Wenn die kapitalistische Produktion zunehmend kapitalintensiver wird, steige die „organische Zusammensetzung des Kapitals“ (das Verhältnis des „konstanten Kapitals“ zum „variablen Kapital“ oder das Verhältnis des in Produktionsmittel investierten Werts zum Wert der Arbeitskraft). Wenn der Anstieg der organischen Zusammensetzung des Kapitals nicht durch eine noch stärkere Steigerung der Mehrwertrate kompensiert wird, würde die Profitrate tendenziell fallen.

Was Marx als „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ bezeichnet, sollte am besten als eine Hypothese betrachtet werden, denn einige der mit diesem „Gesetz“ verbundenen theoretischen Fragen sind ungeklärt und ebenso fehlt es an beweiskräftiger empirischer Evidenz.

In der neueren marxistischen Wirtschaftstheorie wird die Profitrate oftmals in die Profitquote (den Anteil des kapitalistischen Profits an der nationalen Wirtschaftsleistung) und die Kapitalproduktivität (output-capital ratio) (das Verhältnis der Wirtschaftsleistung zum investierten Kapitalstock) zerlegt; d.h. die Profitrate lässt sich als Produkt aus Profitquote und Kapitalproduktivität ausdrücken. Der Kehrwert der Kapitalproduktivität, der Kapitalkoeffizient (capital-output ratio), also das Verhältnis des Kapitalstocks zum Produktionsergebnis, steht in einem engen Zusammenhang zu Marx‘ Begriff der „organischen Zusammensetzung des Kapitals“. Er entspricht grob dem Verhältnis des Werts der investierten Produktionsmittel zu dem von der gegenwärtigen produktiven Arbeit geschaffenen Neuwert. Solange die Schwankungen des Anteils der Arbeitseinkommen an der Wirtschaftsleistung (das Verhältnis des Werts der Arbeitskraft zum neu geschaffenen Wert) begrenzt bleiben, bewegt sich der Kapitalkoeffizient im Allgemeinen in dieselbe Richtung wie die organische Zusammensetzung des Kapitals. Die Hypothese einer tendenziell steigenden organischen Zusammensetzung lässt sich damit als Hypothese einer tendenziell sinkenden Kapitalproduktivität formulieren (zu den Diskussionen in den 1980er und 1990er Jahren siehe Devine 1987; Dumenil und Levy 1993; Laibman 1987; Moseley 1991; Shaikh 1987; Shaikh und Tonak 1996).

Auf der theoretischen Ebene besteht das grundlegende Problem darin, wie sich die langfristige Tendenz einer steigenden organischen Zusammensetzung des Kapitals oder einer sinkenden Kapitalproduktivität begründen ließe. Die Kapitalproduktivität sinkt tendenziell dann und nur dann, wenn die gesamtwirtschaftliche Kapitalintensität (capital-labor ratio) tendenziell schneller anwächst als die Arbeitsproduktivität. Für diese Tendenz konnte jedoch im Rahmen der marxschen Theorie kein allgemein anerkannter Beweis gefunden werden.

Auf der empirischen Ebene konnten Untersuchungen zur langfristigen Entwicklung der Kapitalproduktivität und der Profitrate in den führenden kapitalistischen Volkswirtschaften keinen eindeutigen säkularen Trend ausmachen (siehe Dumenil und Levy 1993; Li, Xiao und Zhu 2007).

Im folgenden Abschnitt werden aktualisierte empirische Befunde zur langfristigen Entwicklung der Kapitalproduktivität, der Profitquote und der Profitrate in sechs großen Volkswirtschaften im kapitalistischen Weltsystem vorgestellt.

Die langfristige Entwicklung der Profitrate: Sechs große Volkswirtschaften, 1855/1870-2015

Das Vereinigte Königreich war im 19. Jahrhundert die hegemoniale Macht des kapitalistischen Weltsystems. Frankreich und Deutschland gehörten seit dem 19. Jahrhundert zu den führenden kapitalistischen Volkswirtschaften. Die Vereinigten Staaten wurden ab Mitte des 20. Jahrhunderts zur hegemonialen Macht des kapitalistischen Weltsystems. Japan gehört seit Mitte des 20. Jahrhunderts zu den führenden kapitalistischen Volkswirtschaften, und China ist gegenwärtig gemessen an der Kaufkraftparität die größte, gemessen am Marktwechselkurs die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Seit 1870 entfielen 40 bis 47 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung auf diese sechs Volkswirtschaften.

Abb. 11 zeigt die langfristige Entwicklung der Profitrate in den sechs großen Volkswirtschaften von 1855 bis 2015. Die Profitrate ist das Verhältnis des gesamten Kapitalprofits zum Kapitalstock. Für das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten, Japan und China ist der Gesamtprofit die Summe der Einkommen aus kapitalistischem Eigentum nach Steuern und der Kapitalstock ist gemessen am Nettobestand des Anlagevermögens der Unternehmen. Für Frankreich und Deutschland ist der Gesamtprofit das Kapitaleinkommen nach Steuern und der Kapitalstock ist gemessen am gesamten Privatvermögen abzüglich Grund und Boden, Immobilien und Nettoauslandsvermögen.

 

Abb. 2 2 zeigt den gewichteten Durchschnitt der Profitrate, der Profitquote und der Kapitalproduktivität der sechs Volkswirtschaften. Die Profitquote ist der Anteil des gesamten kapitalistischen Profits an der Wirtschaftsleistung (gemessen am Bruttoinlandsprodukt). Die Kapitalproduktivität ist das Verhältnis der Wirtschaftsleistung zum Kapitalstock im Unternehmensbereich. Für den Zeitraum 1870-1954 wird der gewichtete Durchschnitt des Vereinigten Königreichs, der Vereinigten Staaten und von Frankreich und Deutschland dargestellt, für den Zeitraum 1955-2015 der gewichtete Durchschnitt aller sechs Volkswirtschaften.

 

Die internationale durchschnittliche Kapitalproduktivität schwankte in den 1870er Jahren zwischen 0,7 und 0,8. Zu Beginn der 1910er Jahre sank sie auf etwa 0,5. Mitte der 1920er Jahre erholte sie sich, was vor allem auf die Hyperinflation in Deutschland zurückzuführen ist. Nach dem Einbruch während der Weltwirtschaftskrise stieg sie während des Zweiten Weltkriegs wieder an. In den ersten Jahren nach dem Krieg hielt sie sich auf dem äußerst hohen Niveau von etwa 1. Ab etwa 1965 fiel sie tendenziell und sank bis 2015 auf 0,64.

Die durchschnittliche internationale Profitquote bewegte sich von den 1870er bis zu den 1910er Jahren um den relativ hohen Wert von 25 bis 27 Prozent. Seit dem Beginn des Ersten Weltkriegs ging sie bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs ununterbrochen zurück und sank bis 1945 auf etwa 12 Prozent. Von den 1950er bis zu den 1970er Jahren blieb sie relativ niedrig. Mit der neoliberalen globalen Umstrukturierung stieg sie ab 1980 bis 2010 wieder kontinuierlich an. Allerdings hat sie möglicherweise 2010 mit 22 Prozent ihren Höchstwert erreicht.

Die durchschnittliche internationale Profitrate lag Anfang der 1870er Jahre über 20 Prozent und fiel dann bis Anfang der 1910er Jahre auf etwa 14 Prozent. Während der Weltwirtschaftskrise sackte sie unter 10 Prozent, um sich dann in den 1940er und 1950er Jahren wieder kontinuierlich zu erholen und bis Mitte der 1960er Jahre auf etwa 16 Prozent anzusteigen. In den 1970er Jahren sank sie wieder, was zur globalen Wirtschaftskrise beitrug. 1974-1975 lag sie bei etwa 10 Prozent. Von 1980 bis 2010 erholte sich die Profitrate kontinuierlich und stieg bis 2010 auf 15 Prozent. Seitdem fällt sie tendenziell.

Das Absinken der durchschnittlichen internationalen Profitrate seit 2010 könnte darauf hindeuten, dass die zunehmenden Widersprüche des neoliberalen globalen Kapitalismus in nicht allzu ferner Zukunft zu einer größeren globalen Wirtschaftskrise führen werden.

Profitwachstum, Akkumulation und die Grenzprofitrate

Wird die durchschnittliche internationale Profitrate in den nächsten Jahren weiter fallen? Das hängt von der Beziehung zwischen der durchschnittlichen Profitrate und der Grenzprofitrate (marginal profit rate) ab.

Offensichtlich wird die Profitrate steigen, wenn der Profit schneller wächst als der Kapitalstock, und fallen, wenn der Profit langsamer als der Kapitalstock wächst. Das lässt sich mit der folgenden Formel ausdrücken:

Wenn ΔΠ/Π > ΔK/K à Π/K steigt

Wenn ΔΠ/Π < ΔK/K à Π/K sinkt Π ist der Profit, K ist der Kapitalstock, Π/K ist die Profitrate und Δ steht für das Wachstum oder die Veränderung. Daher ist ΔΠ/Π die Wachstumsrate des Profits und ΔK/K die Wachstumsrate des Kapitalstocks. Es lässt sich leicht zeigen, dass mathematisch ΔΠ/Π > ΔK/K gleichbedeutend mit ΔΠ/ΔK > Π/K ist und ΔΠ/Π < ΔK/K gleichbedeutend mit ΔΠ/ΔK < Π/K. ΔΠ/ΔK ist die Grenzprofitrate. Sie drückt aus, um welchen Betrag der Profit durch eine zusätzliche Einheit des Kapitalstocks gesteigert werden kann.

Wenn also die Grenzprofitrate größer als die durchschnittliche Profitrate ist, wird letztere steigen. Ist die Grenzprofitrate kleiner als die durchschnittliche Profitrate, wird letztere fallen. Wenn beide gleich sind, bleibt die durchschnittliche Profitrate konstant.

In Abb. 3 3 wird die internationale Grenzprofitrate für den Zeitraum 1956 bis 2015 mit der internationalen Durchschnittsprofitrate verglichen.

 

Historisch weist die Grenzprofitrate große Schwankungen auf. In der Zeit vor 1956 gibt es viele Jahre, in denen die Veränderung des Kapitalstocks aufgrund gravierender Instabilitäten des globalen kapitalistischen Systems und einiger statistischer Anomalien negativ ist und für die daher die Grenzprofitrate nicht berechnet werden kann. Für die Jahre nach 1956 ist aus Abb. 3 klar ersichtlich, dass die Durchschnittsprofitrate nach oben gezogen wird, wenn die Grenzprofitrate größer als sie ist. Und umgekehrt wird die Durchschnittsprofitrate nach unten gedrückt, wenn die Grenzprofitrate kleiner als sie ist. Seit 2010 ist die Grenzprofitrate ständig unterhalb der Durchschnittsprofitrate geblieben und letztere ist gefallen.

Zu einem langfristigen Fall der durchschnittlichen Profitrate kann es also nur unter der Bedingung kommen, dass die Grenzprofitrate unter der Durchschnittsprofitrate bleibt. Wenn aber die Grenzprofitrate konstant bleibt, wird die Durchschnittsprofitrate letztendlich das Niveau der Grenzprofitrate erreichen und nicht weiter fallen. Die notwendige Bedingung für einen Fall der Durchschnittsprofitrate gegen null ist daher, dass sie Grenzprofitrate gegen null fällt (oder negativ wird).

Was wird langfristig die Grenzprofitrate bestimmen? Wenn wir Zähler und Nenner der Grenzprofitrate durch den Profit selbst teilen, erhalten wir:

ΔΠ/ΔK = (ΔΠ/Π) / (ΔK/Π)

Dabei ist ΔΠ/Π die Wachstumsrate des Profits und ΔK/Π könnte als „Akkumulationsquote“ (ratio of accumulation) bezeichnet werden (sie drückt aus, welcher Anteil des kapitalistischen Profits für Nettoinvestitionen in produktives Kapital verwendet wird). Abb. 4 4 vergleicht die Wachstumsrate des internationalen Durchschnittsprofits mit der Akkumulationsquote in den Jahren 1956 bis 2015.

 

Vor 1956 erlebte die Akkumulationsquote wilde Schwankungen und war in einigen Jahren negativ. Seit 1956 schwankt sie meistens im Bereich von 20 bis 40 Prozent. Unter normalen Umständen ist die Akkumulationsquote in der Regel positiv, da die Kapitalisten zur Investition eines Teils ihres Profits gezwungen sind, um sich in der Konkurrenz behaupten zu können.

Bei einem gewissen positiven Niveau der Akkumulationsquote kann die Grenzprofitrate dann und nur dann gegen null fallen, wenn die Wachstumsrate des Profits gegen null fällt. Die Wachstumsrate des Profits hängt wiederum von der Rate des Wirtschaftswachstums und der Veränderung der Profitquote ab. Damit die Wachstumsrate des Profits gegen null fällt, müsste also entweder das Wirtschaftswachstum gegen null tendieren oder der Profitanteil auf null zurückgehen.

Langfristig könnte das Wirtschaftswachstum auf null fallen, wenn ökologische Zwänge (wie der Klimawandel oder die Erschöpfung der nationalen Ressourcen) sich derart geltend machen, dass ein weiteres Wirtschaftswachstum unmöglich wird. Oder die Profitquote könnte gegen null tendieren, wenn die globale kapitalistische Entwicklung eine derart mächtige internationale Arbeiterklasse erzeugt, dass deren radikale Kämpfe zu einer globalen „Profitklemme“ führen.

Letzen Endes werden die weitere Entwicklung der globalen ökologischen Krise und der Klassenkampf über das Schicksal der marxschen Hypothese eines tendenziellen Falls der Profitrate entscheiden.

Aus dem Englischen von Christian Frings

Literatur

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  • World Bank. 2017. World Development Indicators. databank.worldbank.org/data/reports.aspx?source=world-development-indicators.

Anmerkungen

  1. Quellen: Zu den Datenquellen und der Berechnung der britischen Profitrate von 1855 bis 2013 siehe Li (2015: 193-196; 202-203); die Daten wurden vom Autor bis 2015 aktualisiert. Die Profitraten in Frankreich für den Zeitraum 1870 bis 2011 und in Deutschland für den Zeitraum 1913 bis 2011 wurden aus Daten von Piketty und Zucman (2013) berechnet und vom Autor bis 2015 aktualisiert. Für die Jahre 1870 bis 1912 wurde die Profitrate in Deutschland aus dem Kapitaleinkommen nach Steuern bei Piketty und Zucman (2013) und einer neuen Abschätzung des Kapitalstocks durch den Autor berechnet. Dabei wurde angenommen, dass sich der Kapitalstock proportional zu dem von Burhop und Wolff (2005) geschätzten industriellen Kapitalstock verhält (der industrielle Kapitalstock in konstanter Mark von 1913 wurde unter Benutzung des Preisindex von Piketty und Zucman in den Kapitalstock zu gegenwärtigen Preisen umgerechnet). Zu den Profitraten in den USA von 1929 bis 2015, in Japan von 1955 bis 2015 und in China von 1952 bis 2015 siehe Li (2017). Die Profitrate in den USA wurde mit den Daten von Johnson (1954), Goldsmith (1985: 195-304) und Piketty und Zucman (2013) bis 1870 zurück berechnet.[]
  2. Quellen: Für die Jahre 1870-1954 werden die gewichteten Durchschnitte des UK, Frankreichs, Deutschlands und der USA gezeigt, für 1955-2015 die gewichteten Durchschnitt der sechs großen Volkswirtschaften. Die gewichtete durchschnittliche Kapitalproduktivität ist die Summe der nationalen Bruttoinlandsprodukte in konstanten internationalen Dollar des Jahres 2011 geteilt durch die Summe der nationalen Kapitalstocks in konstanten Dollar von 2011. Der Kapitalstock jedes Landes in konstanten internationalen Dollar von 2011 wird berechnet, indem das jeweilige Bruttoinlandsprodukt in konstanten Dollar durch die Kapitalproduktivität des Landes geteilt wird. Die gewichtete durchschnittliche Profitquote ist die Summe der nationalen Profite in konstanten Dollar von 2011 geteilt durch die Summe der nationalen Bruttoinlandsprodukte in konstanten Dollar von 2011. Der Profit jedes Landes in konstanten Dollar von 2011 wird berechnet, indem das jeweilige BIP in konstanten Dollar mit dem Profitanteil des Landes multipliziert wird. Die gewichtete durchschnittliche Profitrate ist die Summe der nationalen Profite in konstanten Dollar von 2011 geteilt durch die Summe des nationalen Kapitalstocks in konstanten Dollar von 2011. Das Weltbruttosozialprodukt und die nationalen Bruttoinlandsprodukte werden in konstanten Dollar von 2011 gemessen. Für 1990-2015 stammen die Daten von der Weltbank (2017). Die Reihen wurden unter Verwendung der Daten zum globalen und den nationalen BIPs in konstanten internationalen Dollar von 1990 bei Maddison (2010) bis 1955 zurück verlängert.[]
  3. Quellen: Siehe Abb. 2. Die Grenzprofitrate ist das Verhältnis der jährlichen Veränderung des Gesamtprofits zum jährlichen Wachstum des Kapitalstocks.[]
  4. Quellen: Siehe Abb. 2. Die Wachstumsrate des Profits ist das Verhältnis der jährlichen Veränderung des Profits zum Profit des Vorjahres. Die Akkumulationsquote ist das Verhältnis des jährlichen Wachstums des Kapitalstocks zum Profit des Vorjahres.[]