»Weltkrisenpolitik« - Luxemburg 3/2014

Die Welt ist in keinem guten Zustand. Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es nicht mehr so viele bewaffnete Konflikte. Und auch die Ungleichverteilung des gesellschaftlichen Reichtums ist auf einem historischen Höhepunkt. Sich über den Globus erstreckende Austeritätspolitiken und Strukturanpassungsprogramme treten als Lösung auf, verschärfen aber die Probleme. Der Name der Zeit? Unklar. Post-alles, Interregnum, WELTKRISENPOLITIK.

Veröffentlicht am 14. Januar 2015

Geopolitische Konstellationen verschieben sich. Der Niedergang des American Empirewird seit Jahrzehnten von den einen ersehnt, den anderen befürchtet. Mit China, Indien und Brasilien tauchen nicht nur neue ökonomische Akteure, sondern auch neue Machtzentren auf. Die aktuellen Kriege reflektieren imperiale Ambitionen. Welche Rolle spielt die Bundesrepublik in dieser Weltumordnung? Längst ist sie kein politischer Zwerg mehr: Gestützt auf ihre ökonomische Macht und gestärkt durch die neoliberale Krisenbearbeitung, ist Deutschland auf dem heftig umkämpften Weg zum politischen Riesen. In der Sprache der Geopolitik fällt es oft schwer, jenseits der Staatenkonkurrenz um Einflusssphären zu denken. Auch deshalb ist es schwierig, linke Antworten auf ›außenpolitische‹ Fragen zu formulieren. Soziale Spaltungen, Kräfteverhältnisse und Akteure innerhalb der Nationalstaaten geraten aus dem Blick. Warum fällt es der Linken so schwer, in bewaffneten Konflikten die Perspektive der Subalternen einzunehmen, statt sich häufig identitär und bekenntnishaft auf eine Seite der Konfliktparteien zu schlagen? Warum sind die Alternativen  zur herrschenden Re-Militarisierung von Außenpolitik so schwach? LuXemburg 3/2014 fragt nach Einstiegen in Friedenspolitiken mit friedlichen Mitteln. Wie lassen sich Konflikte beheben oder verhindern, lange bevor Gewalt eskaliert? Wie können Projekte regionaler Integration, sozial-ökologischer Entwicklung, Konversion und des Ausbaus sozialer Infrastrukturen dazu beitragen, globale Konflikte zu entschärfen? Am Ende ist klar: Linke Außenpolitik  kann nur Teil eines umfassenden Transformationsprojekts sein: »alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist«.    

Inhaltsverzeichnis

Welt denken Wer hört die Subalterne? Ein Rück- und AusblickVon Gayatri SpivakWeltumordnung Wie die Konturen des Neuen allmählich sichtbar werden Von Mario CandeiasHegemony in the Making Wie Deutschland seine ökonomische Macht politisch wendet Von Rainer RillingAmerican Decline? Wie sich das Empire reorganisiert Von Ingar SoltyFracking, Freedom, Freihandel Wie die Weltenergieordnung umgebaut wird Von Malte DaniljukBRICS: Aufstieg des Südens oder Neuordnung der Eliten? Warum sich weniger ändert, als man denkt Von Achin VanaikInterview: »… als gehe es um die Wahl zwischen zwei Zivilisationen« Gespräch über Brüche und Perspektiven in der Ukraine Mit Vladimir IschchenkoKriege führen Mit Sicherheit mehr Verantwortung? Wie der Diskurs um ›human security‹ militärisch gewendet wird Von Corinna HauswedellDEBATTE: Responsibility to Protect Warum die ›Schutzverantwortung‹ problematisch ist Von Wolfgang Obenland und Jan van AkenDrohnenkriege Warum Big Data tödlich sein kann Von Norbert SchepersEinstiege finden 20 Jahre Völkermord in Ruanda Welche Konsequenzen sich für die zivile Konfliktbearbeitung ergeben Von Jörn Jan LeideckerOhnmächtige OSZE Was von ihr geblieben ist Von Nadja DouglasINTERVIEW: Aufarbeitung – Fehlanzeige Gespräch über Gewalt gegen Frauen in Sri Lanka Mit Shreen Abdul SaroorEbola als Brennglas Warum soziale Infrastrukturen die Lösung sind Von Andreas WulfWas ist linke Migrationspolitik? Warum globale Bewegungsfreiheit ethisch geboten und strategisch notwendig ist Von Fabian Georgi»…sich nicht zu beteiligen!« Warum Zivilklauseln ein Erfolgsmodell sind Von Nicole GohlkeVom langen Ende der Friedensforschung Wie ihr Gesellschaftskritik abhanden kam Von Werner Ruf»Außenpolitisch nicht mehr vertretbar« Warum das PKK-Verbot abgeschafft gehört Von Ulla JelpkeEine Perspektive der Subalternen Wie die Linke Außenpolitik verhandelt Von Raul ZelikAbseitsPoesie eines kurzen LebensVon Xu Lizhi NAME DER ZEIT: Transkapitalismus mit neofeudalen StrukturenVon Hans-Jürgen KrysmanskiDie Welt verändern, das Leben ändernVon Thomas SeibertAusweis her! New York City führt ein kommunales Personaldokument einVon Alina MogilyanskayaKONTROVERS: Partizipation und DemokratieMit Isabell Lorey und Alex DemirovićFotostrecke I: Fette Beute – Reichtum zeigenAusstellung des MGK Hamburg Fotostrecke II: Bilder aus RojavaVon Birgit HaubnerLUXEMBURG ONLINENeue Energie für AmerikaVon Michael T. KlareUkraine: Geschichte einer forcierten SpaltungVon Philipp KreutzerWo steht die zivile Konfliktbearbeitung?Von Christine SchweitzerEine neue Klimabewegung Von Naomi Klein UNASUR: Ansätze zur zivilen KonfliktbearbeitungVon María DiazWofür kämpft Kobanê?Von Metin YeğinINTERVIEW: Podemos – Ausdruck einer Notwendigkeit Mit Pablo Iglesias Elf Thesen zu PodemosVon Raul ZelikGesamte Ausgabe als pdfJetzt kostenlos abonnieren, auch als E-Abo: www.zeitschrift-luxemburg.de/abonnement/

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