Airsoft-Spieltag »Ölkrise«, organisiert vom Team »Lusatian Lupus« auf dem »Battleground Paintball« in Brożek
Fotos: (c) Rapahel Heygster; Text: Harry Adler
In Deutschland herrscht seit über 70 Jahren Frieden. Doch schon ein römisches Sprichwort sagt: »Wer den Frieden will, muss für den Krieg gerüstet sein.« Das scheint besonders seit der sogenannten Zeitenwende zu gelten. Krieg wird auch im Alltag wieder präsenter.
Raphael Heygster ist dem Krieg in verschiedenen Facetten schon seit Längerem auf der Spur. Ihn beschäftigt die Frage, wie in der Zivilbevölkerung Akzeptanz für Kriege erzeugt wird. Wie wird militärische Macht inszeniert? Was reizt uns am Destruktiven? Wo fängt Krieg an?
Für seine Fotoreportage hat er sehr verschiedene Schauplätze aufgesucht, die das Kriegerische in der Gesellschaft dokumentieren: Waffenmessen (»Krieg als Geschäft«), Airsoft-Spieler im Wald (»Krieg als Spiel«), ein Unterwasser-Militärmuseum (»Krieg als Tourismusattraktion«) und Militärparaden (»Krieg als Feier«). Alle gezeigten Szenarien verbindet, dass niemand stirbt. Krieg wird als etwas Unterhaltsames und gleichzeitig Harmloses inszeniert – und dadurch als konsumierbares Ereignis wahrgenommen.
Zur Flotte eines Airsoft-»Spielfelds« in Brożek, Polen, gehört auch ein ausgemusterter russischer T-55-Panzer, auf dem Rundfahrten angeboten werden.
Einige »Übungsgelände« wie dieses in Brożek verfügen über einen eigenen Fuhrpark mit zivilen und militärischen Fahrzeugen.
Gymnasiast Eddy P., der mit Freunden an einem Airsoft-»Spiel« teilnimmt, mit einer Airsoft-Pistole.
Auf der IDEX, der weltweit größten Waffenmesse in Abu Dhabi: Eine Militärkapelle verlässt nach ihrem Auftritt bei der Eröffnungsfeier die Bühne.
Szene während der 14. Warrior Competition im King Abdullah II Special Operations Training Center in Amman, Jordanien.
Eröffnungsfeier der IDEX in Abu Dhabi: Potenziellen Kund*innen werden in einem 20-minütigen Stück mit Pyrotechnik, Schauspieler*innen und multimedialem Storytelling technische Innovationen der Rüstungsindustrie vorgestellt.
Live-Vorführung am »Familientag« einer Rüstungsmesse in Brünn, Tschechien, bei der im Rahmen eines inszenierten Feuergefechts mit Platzpatronen und Butan-Rauchgranaten auch die Darsteller »erschossen« werden.
Jan L. in Essen, Deutschland. Der Tischler und Waffenliebhaber kann Airsoft-Waffen in kürzester Zeit zerlegen und wieder zusammenbauen.
Airsoft-Spieler Len mit seiner Freundin Nina und dem Boxer Diego in seiner Wohnung in Hamburg. Seine Urgroßmutter wurde von den Nazis im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet. Er sagt, dass das »Spielen« mit Airsoft-Waffen für ihn nichts mit echtem Krieg zu tun habe.
Unterwasser-Militärmuseum in Akaba, Jordanien, am Roten Meer: Jordaniens König Abdullah II., der selbst Taucher ist, ließ dort 21 ausgemusterte militärische Objekte wie Panzer, Kampfhubschrauber und gepanzerte Fahrzeuge versenken, die nun als Attraktion für Tauchtourist*innen dienen.