Blickwinkel

»I died 22 times«

Eine Fotoreportage von Raphael Heygster

Veröffentlicht am 28. Mai 2026

In Deutschland herrscht seit über 70 Jahren Frieden. Doch schon ein römisches Sprichwort sagt: »Wer den Frieden will, muss für den Krieg gerüstet sein.« Das scheint besonders seit der sogenannten Zeitenwende zu gelten. Krieg wird auch im Alltag wieder präsenter.

Raphael Heygster ist dem Krieg in verschiedenen Facetten schon seit Längerem auf der Spur. Ihn beschäftigt die Frage, wie in der Zivilbevölkerung Akzeptanz für Kriege erzeugt wird. Wie wird militärische Macht inszeniert? Was reizt uns am Destruktiven? Wo fängt Krieg an?

Für seine Fotoreportage hat er sehr verschiedene Schauplätze aufgesucht, die das Kriegerische in der Gesellschaft dokumentieren: ­Waffenmessen (»Krieg als Geschäft«), Airsoft-Spieler im Wald (»Krieg als Spiel«), ein Unterwasser-Militärmuseum (»Krieg als Tourismusattraktion«) und Militärparaden (»Krieg als Feier«). Alle gezeigten Szenarien verbindet, dass niemand stirbt. Krieg wird als etwas Unterhaltsames und gleichzeitig Harmloses inszeniert – und dadurch als konsumierbares Ereignis wahrgenommen.