Karl Heinz Roth ist Arzt, Sozialhistoriker und als Mitbegründer der Zeitschrift Autonomie – Materialien gegen die Fabrikgesellschaft in den 1970er und 1980er Jahren an wichtigen Debatten um Operaismus und die Autonome Bewegung beteiligt gewesen. Er forscht zur Sozialgeschichte des Nationalsozialismus und ist Mitarbeiter der Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts in Bremen.
In den 1970er Jahren hat sich eine gravierende globale Agrarkrise entwickelt, die als strukturelle Krise zur massiven Freisetzung von Kleinbauern im Süden des Weltsystems geführt hat. Millionen von Menschen waren davon betroffen. Sie waren betroffen von strukturellen Anpassungsprogrammen der Weltbank, von der Liberalisierung des Weltagrarhandels, von der Aufhebung der Landreformen in vielen Teilen der Welt, die zu einer Wiederherstellung des Großgrundbesitzes im Sinne des industrial farming geführt haben. Und sie waren betroffen durch den gigantischen Landraub im Prozess der Urbanisierung, der Durchsetzung riesiger Infrastrukturprogramme, Stauseeprojekte usw.