Die Frage von Vergesellschaftung/Verstaatlichung, Forderungen nach Belegschaftseigentum und Selbstverwaltung sind mit der gegenwärtigen Krise mit neuer Vehemenz gestellt worden. Die Linke hat sie – umstritten – in ihren Programmentwurf aufgenommen, in den Krisenprotesten werden diese Forderungen erhoben - ohne dass konzeptionelle Klarheit zu bestehen scheint, etwa: wie sich Vergesellschaftung und Verstaatlichung unterscheiden könnten, wie lokale und auf einzelne Unternehmen bezogene Demokratisierungsprozesse mit allgemein-gesellschaftlichen und globalen zu vermitteln sind, wie selbst verwaltete oder eigene Betriebe den Zwängen von globaler Produktion und Konkurrenz begegnen können. Auf der Konferenz sollen historische und aktuelle Erfahrungen und Konzepte ausgewertet werden. Fragen rund um die Themen Belegschaftseigentum und selbstverwaltete Betriebe stehen im Zentrum der Konferenz: welche Potenziale sind mit der Verstaatlichung oder der Vergesellschaftung von Produktionsmitteln verbunden, welche Gefahren? Sind Genossenschaftsbetriebe und Kooperativen ein Weg zur Beförderung von Demokratie am Arbeitsplatz? Sind Betriebsübernahmen und Gründungen von Betrieben in Belegschaftshand ein Weg, ökonomischen Krisen zu begegnen? Welche Rolle spielen Gewerkschaften, wie werden die Ansätze in Gewerkschaften diskutiert, gibt es neue Konzepte? Welchen Stellenwert haben diese Fragen für linke, auf Transformation gerichtete Politik?
Programm
Donnerstag, 3.11.
18 Uhr - Eröffnungspodium:
«Den Betrieb übernehmen» – Von Krisenbearbeitung zu gesellschaftlicher Transformation
Elmar Altvater, Freie Universität Berlin
Ulla Lötzer, MdB Die Linke
Rick Wolff, Universität Massachusetts
Gisela Notz, freie Autorin, ehemals Friedrich Ebert Stiftung
Moderation und Einleitung: Christina Kaindl, RLS
Freitag, 4.11.
10 - 12:30 Uhr:
Wirtschaftsdemokratie lokal, regional, international – Konzepte und Herausforderungen
Alex Demirović, Institut für Gesellschaftsanalyse, RLS
Heinz Bierbaum, MdL Saarland, DIE LINKE
Sonia Buglione, freie Autorin, RLS-Büro Brüssel
Ulla Plener, Leibniz-Sozietät, Berlin
Moderation: Michael Popp (angefragt), wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Fraktion DIE LINKE im Bundestag
12:30 - 14 Uhr: Buffet 14 - 17 Uhr:
Gewerkschaften und Betriebsübernahmen / Genossenschaften
Herbert Klemisch und Kerstin Sack, Klaus-Novy-Institut
Walter Vogt, IG Metall
Immanuel Ness, City University of New York
Carl Davidson, United Steel Workers, USA
Moderation: Dario Azzellini, Universität Linz
17 - 18 Uhr: Kaffeepause 18 - 20:30 Uhr:
Transformation nach der Transformation: DDR, Kollektiv-Bewegung, Jugoslawien, Kuba
Jörg Roesler, Wirtschaftshistoriker, Universität der Künste Berlin (angefragt)
Birgit Daiber, RLS-Büro Brüssel
Goran Music, Universität Bologna
Camila Piñeiro Harnecker, Universität Havanna, Cuba
Moderation: Boris Kanzleiter, RLS-Büro Belgrad
Im Anschluss:
Film (30 min. ) über eine Betriebsübernahme in Zrenjanin, Serbien. Diskussion mit den Markus Branislav und Robert Fai, beide aktiv bei
(Gleichheit).
Samstag, 5.11.
10 - 12:30 Uhr:
Fit für den Markt oder den Markt überwinden? Widersprüche von Genossenschaften & Belegschaftsbetrieben und ihre Bearbeitung
Tim Hunt, red pepper, UK
Bernd Röttger, freier Autor und Politikwissenschaftler
Dario Azzellini, Universität Linz
Marina Sitrin, City University of New York
Moderation: Catharina Schmalstieg, Universität Jena / Redaktion «LUXEMBURG»
12:30 - 13:30 Buffet 13:30 - 16 Uhr:
Solidarische Ökonomie im Aufbruch
Jessica Gordon Nembhard, Solidarity Economy Network, USA
Rainer Schlüter, freier Autor, RLS Brüssel
Carl Davidson, Committee of Correspondence for Democracy and Socialism, USA
Moderation: Malte Daniljuk, RLS
16 - 16:30 Uhr: Kaffeepause 16:30 - 18 Uhr: Abschlussplenum:
Eigentum transformieren
Mit Jessica Gordon Nembhard, Camila Piñeiro Harnecker, Heinz Bierbaum Moderation: Alex Demirović, RLS
Kontakt
Christina Kaindl Telefon: (030) 44310-404 Fax: (030) 44310-184 Email:


