| »Wir haben keine Zeit zu verlieren«

SONG wurde 1993 gegründet, um LGBTIQ*-Personen im ländlichen Süden der USA zu organisieren. Nicht leicht in einer Region, in der die rassistische und homophobe Rechte schon immer stark war. Was habt ihr erreicht?

SONG hat einige starke Impulse gesetzt – hier im Süden, aber auch für die Queer- und Trans*-Bewegung in den USA insgesamt. Am wichtigsten ist, dass wir eine tragfähige Basis aufgebaut haben, denn NGOs haben oftmals kaum direkten Kontakt zu denen, die sie angeblich vertreten. Mit mehr als 11 000 Aktiven sind wir inzwischen eine der mitgliederstärksten LGBTIQ*-Organisationen des Landes. Durch gezieltes Organizing und kontinuierliche Arbeit vor Ort ist es uns gelungen, Menschen über die Grenzen von Race, Klasse, Alter und Geschlecht hinweg zusammenzubringen, und zwar um gemeinsame Ziele und Werte herum. Denn es geht neben politischen Interessen auch um die Bereitschaft, uns in dieser Arbeit selbst zu verändern.
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| »Wir sind hier, weil Ihr unsere Länder zerstört.«

SELBSTORGANISIERUNG: Osaren Igbinoba aus Nigeria war der Erste, der in den Asylheimen Ostdeutschlands eine Protestbewegung aufbaute. Sie existiert bis heute. Nur wenn die Flüchtlinge ethnische Grenzen überwinden, können sie ihre Lebensbedingungen verbessern, sagt er.

Manche sehen die Welt als einen Ort, der immer komplizierter wird, so sehr, dass sich kaum noch erklären lässt, was auf ihr geschieht. Osaren Igbinoba nicht. »Es gibt keinen Hunger. Es gibt nur Ausplünderung«, sagt er. Die westliche Zivili­sation werde als »die grausamste, die zerstörerischste Macht« (KRFM 2010) in die Geschichte eingehen. Wegen solcher Sätze haben sie ihn heute hergeholt.
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