Jan Schlemermeyer ist Politikwissenschaftler, lebt in Frankfurt und ist u.a. bei Blockupy aktiv. Er ist Mitautor eines Bandes zu Geschichte und Organisierung der Antifa (theorie.org) und arbeitet derzeit an seiner Promotion zum Thema "Linke Bündnispolitiken im Postfordismus".
Im Parteientwicklungspapier von Katja Kipping und Bernd Riexinger werden zur strategischen Neuausrichtung der LINKEN eine Menge richtiger Vorschläge gemacht und wichtige Ansatzpunkte benannt. Zusammen gefasst laufen diese auf das Konzept einer »verbindenden Partei« (Kipping/Riexinger 2013, 10) hinaus. Das meint, dass sich die Partei jenseits von traditionalistischen Alleinvertretungsansprüchen praktisch als ein Teil der Mosaiklinken begreift und inhaltlich für einen sozial-ökologischen Politikwechsel mit Transformationsperspektive einsteht. Damit unterscheidet sich diese Entwicklungsperspektive von allen – im Kontext der Partei leider immer noch oft als besonders links apostrophierten – romantischen Avantgardevorstellungen, die in sozialen Auseinandersetzungen »die politische Führung« (marx21-Netzwerk 2013) übernehmen wollen.