2/2013: „Es reicht“

Der gesellschaftliche Reichtum ist größer denn je – man könnte meinen: Es reicht – wäre er nicht so ungleich verteilt. Dabei geht es längst nicht nur um Geld – das aus den südlichen Krisenländern in den reichen Norden fließt, und aus den öffentlichen Haushalten in private Hände. Auch politische Souveränität, demokratische Kontrolle, Macht werden innerhalb der EU und in den Mitgliedsländern umverteilt. Mit der Austrocknung des Öffentlichen verschiebt sich außerdem der Zugang zu den Grundlagen eines guten Lebens: Gesundheit, Bildung, Wohnen – und die Verteilung von Arbeit und Zeit, auch zwischen den Geschlechtern. Umverteilung findet nicht nur von unten nach oben statt, sondern auch innerhalb einer Klasse: Gender-Pay-Gap und Elterngeld –  aber auch von kleinem zu großem Kapital.

Veröffentlicht am 01. Oktober 2013

Umverteilung ist wesentliche Voraussetzung eines linken Projekts. Und doch verfangen Umverteilungskampagnen kaum. Liegt es an der Oben-unten-Logik, dass so wenige mitmachen? Ist es die passivierende Ansprache, die mit der Forderung von oben nach unten umzuverteilen verbunden ist? Und wie könnten Bündnisse aussehen, die diese Logik überwinden, die Umverteilungsfragen mit Transformationsfragen verschränken?LuXemburg 2/2013fragt nach Kräfteverhältnissen und Konstellationen, die Einstiege in einen solchen Umbau öffnen können: Wie kann der vermeintliche Gegensatz zwischen ökologischem Wandel und sozialer Frage überwunden werden? Wie die Spaltung zwischen gewerkschaftlichen Forderungen nach höheren Löhnen und einer Kritik am herrschenden Wachstumsmodell?Mit Beiträgen vonUeli Mäder | Thomas Gebauer | Sabine Reiner |Horst Kahrs | Joseph E. Stiglitz | Ulrich Schachtschneider | Christa Wichterich | Katja Kipping | Mimmo Porcaro | Nancy Fraser | Frigga Haug | Dieter Boris | Klaus Meschkat u.a.Juli 2013, VSA Verlag, 160 Seiten, 10 EuroDie gesamte Ausgabe als pdf hierInhaltsverzeichnisUmverteilen?Horst Kahrs Umverteilen und neu verteilenInterview mit VertreterInnen von ver.di, medico international, der LINKEN, attac, der Interventionistischen Linken und Alex DemirovićKampagne UmFAIRteilen – eine BilanzJoseph E. Stiglitz Ungleichheit erstickt ErholungUmverteiltSabine Reiner Rückverteilen!Ute Scheub und Yvonne Kuschel BeschissatlasUeli Mäder Almosen, nein danke!UmfairteilenThomas GebauerGesundheit für alleThomas GehrigSoziale Infrastruktur statt Grundeinkommen?Ulrich Schachtschneider vs. Mario Candeias KONTROVERS: Ökologisches GrundeinkommenMatthias BirkwaldMeine Oma hat nen Minijob bei AldiAxel Troost, Christoph Sauer und Phillip Hersel Mit Steuern umsteuernAntje Schrupp vs. Katrin Mohr KONTROVERS: Ehegattensplitting 2.0Thomas BöhmDer Druck muss rausChrista WichterichDen Wachstumsimperativ unterbrechenKatja KippingÖkonomie der ZeitEuro-Exit?Michael Brie Die Macht der SchwachenFrederic Heine und Thomas Sablowski Der deutsche Machtblock in der europäischen KriseSozialismus & FeminismusDieter Boris vs. Klaus MeschkatKONTROVERS: Sozialismus des 21. JahrhundertsFrigga HaugHerrschaft als Knoten denkenNancy Fraser DreifachbewegungFotostreckeTürkei - #occupygeziRe:OrganisierenMimmo Porcaro OCCUPY-LENIN-DEBATTE: KunststückeMatthias NeumannArbeiten im SupermarktAbahlali (Südafrika)INTERVIEW: »Wir wollen eine Transformation von unten!«LuXemburg-OnlineONLINE-DOSSIER: Euro-Exit? Mit Texten von Heiner Flassbeck, Bernd Riexinger, Steffen Lehndorff, Marica Frangakis, Dieter Klein, Julian Müller, u.a.Etienne SchneiderKrisenkosten zurückdrängen! Das europäische KrisenregimePaul KrugmanUngleichheit und Wiederaufschwung – Einwände gegen Joseph E. StiglitzHans-Jürgen Arlt und Wolfgang StorzDie Angst des Journalismus vor der sozialen KluftHelge Meves Umverteilen sozialdemokratischWaltraud Wolff, Sabine Leidig und Herrman OttWohlstand von links? Bilanz der Enquetekommission. Ein GesprächPetra Sitte und Halina Wawzyniak Was hat die Digitalisierung mit linker Politik zu tun?Marica FrangakisInequality and redistribution in the Greek crisis#occupygeziCihan TugalDie Grenzen des neoliberalen Aufstiegs der TürkeiTimur Hammond und Elizabeth AngellIst Taksim überall? Öffentlicher Raum und mögliche Öffentlichkeiten