Feminismus

Reproduktion in der Krise - LuXemburg 4/12

Reproduktion ist die Frage nach der Zukunft: Wie wollen wir leben? Wie geht es morgen weiter? Welche Arbeit muss getan werden, damit alle zur Arbeit kommen? Und wie kann die Gesellschaft insgesamt erhalten, erweitert, entwickelt werden? Widersprüche zwischen der Reproduktion des Kapitals und Ansprüchen an ein gutes Leben, Erholung, Muße und Teilhabe sind zugespitzt: Mehr Frauen gehen arbeiten, Familienmodelle sind in Bewegung; gleichzeitig ist Arbeit intensiviert, häufig prekär, Löhne sind gesunken, Arbeitszeiten überlang und unberechenbar.

Veröffentlicht am 12. Dezember 2012

Wer sorgt für sich und andere? Öffentliche Institutionen wurden ausgehungert. Die Frage nach einer gerechten Organisation reproduktiver Arbeit, ein Kern des Feminismus, ist in Neoliberalismus und Krise verschoben: Lassen sich Menschen – Frauen – finden, die die Reproduktion für wenig Geld erledigen? Neue Spaltungen ziehen sich um den Globus. Wie kann die Krise der Reproduktion zum Ausgangspunkt einer Transformation werden, die reproduktive Praxen nicht mehr ausbeutet, sondern ins Zentrum alternativer Gesellschaftsgestaltung stellt? Wo verdichten sich durch eine fortschreitende Privatisierung gesellschaftlicher Daseinsvorsorge Kämpfe um eine (Wieder-)Aneignung des Öffentlichen?  

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Inhalt

Editorial  

Neoliberalismus extrem

Gabriele Winker

Erschöpfung des Sozialen

Mario Candeias

Zu viel und zu wenig. Ein Moment organischer Krise

Melinda Cooper und Silvia Federici

Von der Hausfrau zur Leihmutter. Reproduktionsarbeit im globalen Kapitalismus

Christa Wichterich

Mikrokredite und die Entdeckung der Frauen

MaŁgorzata Maciejewska und Marcin MarszaŁek

Nach dem Mütterstreik. Alltag in einer polnischen Kleinstadt

Sarah Schilliger

Verschobene Krisen. Globalisierte Care-Arbeit und neue alte Ungleichheiten

Arlie Russell Hochschild

Wie wir uns selbst outsourcen

Susanne Schultz

Demografischer Sachzwang und politisiertes Gebären

Einsprüche

Nancy Fraser

Feminismus ohne Strategie

Christine Kriegerowski

Küchengirl verweigert

Shirin M. Rai, Catherine Hoskyns und Dania Thomas

Die Kosten unbezahlter Hausarbeit

Miriam Lang und Alejandra Santillana

Frauenbewegung und patriarchaler Staat in Ecuador

Bernd Riexinger

Arbeitszeitverkürzung. Neue Perspektiven aus den Kämpfen entwickeln

Kämpfe

Sandy Kaltenborn und Tashy Endres

»Die Stadt von morgen beginnt heute«. Kotti & Co protestiert gegen die Berliner Wohnungspolitik

Mike Laufenberg

Communities of Care: Queere Politiken der Reproduktion

Isabell Lorey

Praktizierte Demokratie in den Besetzungen: Eine konstituierende Macht

Christiane Leidinger

Potenziale politischen Zeltens. Alte und neue Camps als Aktionslaboratorien

Plan B

Cornelia Möhring

Der Plan B – ein feministischer Blick auf ein anregendes Projekt

Tadzio Müller

Plan B? Ökologie für alle!

Care for Class

Horst Kahrs

Abschied und Wiederkehr. Neuorientierung der LINKEN

Georg Fülberth

Eric Hobsbawm und das 20. Jahrhundert

Vishwas Satgar

Nach Marikana. Das Massaker an südafrikanischen Bergarbeitern und die arbeiterfeindliche Politik des ANC

Eva Völpel und Álvaro Garreaud

Perspektiven des Protests. Verfassunggebende Versammlung in Chile?