| »Marxte noch mal?« LuXemburg 2-3/2017 im Erscheinen

Dezember 2017

Anlässlich seines 200. Geburtstags dreht sich die kommende Ausgabe der LuXemburg um Karl Marx: Als Politiker wird er in der Linken wenig diskutiert, dabei lässt sich für aktuelle Strategiefragen vieles lernen. Wie könnte Gewerkschaftspolitik aussehen, die sich bei »Marx-Consulting« (Hans-Jürgen Urban) bedient? Wie kann an Marx anschließendes Denken einen klassenpolitischen Feminismus bereichern? Warum und wie eigentlich heute Marxist*in werden und noch wichtiger: bleiben?

Diese und viele weitere Fragen diskutieren in unserem »Marx-Heft« Autor*innen, die von Michal Hardt & Antonio Negri bis Bini Adamczak reichen, von Frigga Haug bis Karl-Heinz Roth und von Mimmo Porcaro bis Ariel Salleh.

Vorab veröffentlichen wir:
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| Sicherheit von Links. Der Transformative Justice-Ansatz

Dezember 2017
Von Melanie Brazzell

Nach den Gewaltexzessen der Polizei beim G20-Gipfel in Hamburg wird auch jenseits der linken Szene darüber nachgedacht, welche Rolle die Polizei in der Gesellschaft einnehmen soll – und ob es Alternativen zur Polizei gibt. Wenn uns Polizei (und andere Sicherheitstechniken wie Grenzen und Gefängnisse) keine Sicherheit geben können, welche Möglichkeiten gibt es dann? Wie können wir selbst Sicherheit schaffen?
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Neue Klassenpolitik »

| Die Zumutungen der Klasse. Vielfältige Identitäten und sozialistische Klassenpolitik

Von Alex Demirović

Der Erfolg autoritär-populistischer Politiker*innen und ihrer Kritik an Globalisierung, an Arbeitslosigkeit und Unsicherheit haben zu einer neuen Aufmerksamkeit für die Klassenfrage geführt. Bestärkt wurde das durch Diskussionen über das Buch »Rückkehr nach Reims« von Didier Eribon. In der Debatte wird der Eindruck erweckt, als habe die Linke in den vergangenen Jahren die soziale Frage aus den Augen verloren und sich nur noch für Anerkennungs- und »Identitätsfragen« engagiert, also für Fragen der geschlechtlichen und sexuellen Emanzipation oder der Bekämpfung von Rassismus und Nationalismus. Mit einer solchen Argumentation geht dann die Einschätzung einher, es handele sich um die Lebensweise eines globalisierten und großstädtischen, gut gebildeten Kleinbürgertums, das für neue Kommunikations- und kulturelle Alltagspraktiken offen sei,
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Re:Organisieren »

| Der Kampf für Freizeit

Von Miya Tokumitsu

Der Kampf um weniger Arbeitsstunden ist ein Kampf um Befreiung. US-amerikanische Perspektiven auf die Tarifauseinandersetzung der IG Metall.

Gegenwärtig befindet sich die größte deutsche Gewerkschaft IG Metall in einer Tarifauseinandersetzung mit tiefen historischen Wurzeln. Die Gewerkschaft – die 2,3 Millionen Fabrikarbeiter*innen repräsentiert – nutzt die aktuelle Tarifrunde, um die Möglichkeit einer temporären, flexiblen und nach den Bedürfnissen der Arbeitnehmer*innen zu gestaltenden Reduzierung der Arbeitswoche zu fordern. Sie argumentiert, dass die Arbeiter*innen dadurch unter anderem mehr Zeit hätten für die Kindererziehung oder die Pflege von älteren Verwandten. Mit dieser Initiative kehrt die IG Metall zu einem enorm wichtigen, und traditionell erfolgreichen, Themenfeld der Arbeiterbewegung zurück: Freizeit für Arbeiter*innen.
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Europa links »

| Die Corbyn-Doktrin

Von Jeremy Corbyn

Am 8. Dezember 2017 sprach Jeremy Corbyn, Parteivorsitzender der britischen Labour Party, anlässlich des internationalen Tags der Menschenrechte (10. Dezember) vor den Vereinten Nationen in Genf über die Ursachen der globalen wirtschaftlichen Ungleichheit, die Entwicklung der Klimakrise und die Auswirkungen von Krieg in aller Welt

Ein neuer Internationalismus

Ich möchte mich im Hinblick auf den kommenden internationalen Tag der Menschenrechte auf die Hauptbedrohungen konzentrieren, denen die Menschheit ausgesetzt ist. Und ich möchte über die Gründe dafür sprechen, warum sich Staaten mit ihrem ganzen Gewicht für eine echte internationale Kooperation und für Menschenrechte einsetzen sollten – individuelle und kollektive Menschenrechte, soziale und wirtschaftliche, rechtliche und verfassungsmäßige, die sowohl national als auch international gelten – wenn wir diesen Bedrohungen begegnen und sie überwinden wollen.
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