| Alle Artikel von Alex Demirović

| The Impositions of Class: Manifold Identities and Socialist Class Politics

Oktober 2017
By Alex Demirović

The recent success of authoritarian-populist politicians and the critique of globalisation, unemployment and social insecurity they advocate has prompted renewed attention to the question of class. In Germany, this debate has been accompanied by discussions surrounding the publication of Didier Eribon’s recent book, Returning to Reims. From afar, these debates could leave one with the impression that the left had abandoned the social question in recent years in favour of an exclusive focus on questions of social recognition and “identity”, e.g. questions of gender and sexual emancipation, or the struggle against racism and nationalism. This line of argument also tends to imply that these concerns are the domain of the urban, well-educated petite bourgeoisie, open to new communicative and cultural practices while consuming expensive, fair-trade organic products, yet blinded to the living conditions of the overwhelming majority by their own bourgeois Lifestyle.
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| Die Zumutungen der Klasse. Vielfältige Identitäten und sozialistische Klassenpolitik

Oktober 2017
Von Alex Demirović

Der Erfolg autoritär-populistischer Politiker*innen und ihrer Kritik an Globalisierung, an Arbeitslosigkeit und Unsicherheit haben zu einer neuen Aufmerksamkeit für die Klassenfrage geführt. Bestärkt wurde das durch Diskussionen über das Buch »Rückkehr nach Reims« von Didier Eribon. In der Debatte wird der Eindruck erweckt, als habe die Linke in den vergangenen Jahren die soziale Frage aus den Augen verloren und sich nur noch für Anerkennungs- und »Identitätsfragen« engagiert, also für Fragen der geschlechtlichen und sexuellen Emanzipation oder der Bekämpfung von Rassismus und Nationalismus. Mit einer solchen Argumentation geht dann die Einschätzung einher, es handele sich um die Lebensweise eines globalisierten und großstädtischen, gut gebildeten Kleinbürgertums, das für neue Kommunikations- und kulturelle Alltagspraktiken offen sei,
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| Ihr repräsentiert uns nicht. Demokratie von rechts und links

Dezember 2016
Von Alex Demirović

Über die Formen und Praktiken einer linken, sozialistischen Demokratietheorie und -politik nachzudenken bedeutet, Alternativen zu bestehenden Formen von Demokratie zu skizzieren. Das ist ambivalent, denn solche Vorschläge können jene, die künftig über ihre Form des Zusammenlebens frei entscheiden wollen, begrenzen. Gleichzeitig ist es notwendig solche Vorschläge zu machen, um die Richtung einer demokratischen Transformation zu bestimmen.
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| Negri und Laclau mit Klasse lesen

Dezember 2015
Von Alex Demirović

Der vorliegende Beitrag von Antonio Negri ist eine kritische Würdigung von Ernesto Laclau, der am 13. April 2014 verstarb. Mit zahlreichen Anleihen bei den Theorien von Althusser, Derrida und Lacan hat Laclau seit Mitte der 1980er Jahre gemeinsam mit Chantal Mouffe eine besondere Spielart des Postmarxismus entwickelt. Bekannt wurde er für eine hegemonietheoretische und postfundamentalistische Demokratie- und Populismustheorie. Dass es zwischen Laclau und Negri, wie Letzterer voller Wertschätzung betont, seit Langem einen Austausch gegeben hat, ist bemerkenswert, denn ihre Theorien und politischen Positionen differieren erheblich.
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| Kämpfe gegen die Dummheit

Juli 2015
von Alex Demirović

Von Elfenbein- und Leuchttürmen

Für die Linke und alle, die an der Entwicklung kritischen und emanzipatorischen Wissens interessiert sind, ist der neoliberale Umbau der Hochschulen, wie er sich seit gut zwanzig Jahren vollzieht, alarmierend. Denn in der Form des Wissens und in der Art, wie es beschaffen und zugänglich ist, gibt sich eine Gesellschaft an die Zukunft weiter. Gegen ihre historische Tendenz wurden die Hochschulen seit den 1950er Jahren wichtige Orte für kritische Theorie.
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| KONTROVERS: Partizipation und Demokratie

Dezember 2014
Isabell Lorey vs. Alex Demirović

Von liberaler Herrschafts­sicherung zur präsentischen Demokratie

Von Isabell Lorey

Die Frage der Partizipation taucht in repräsentativen Demokratien in der Regel dann auf, wenn jener wieder einmal eine Krise attestiert wird. Immer weniger BürgerInnen wollen sich in Parteien engagieren. Wenn sie politisch aktiv sind, dann eher in lokalen Plattformen, für Volksentscheide oder bei Protesten für oder gegen Infrastrukturprojekte. Das Engagement orientiert sich daran, das Lokale mitzugestalten, die Orte, an denen man lebt und gegebenenfalls auch arbeitet. Das kann demokratische Selbstorganisierung bedeuten, die zugleich im Interesse von Politik und Planung ist.
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| VORMÄRZ – ODER: WAS DÜRFEN WIR HOFFEN?

Februar 2014
von Alex Demirović

Zur Zukunft einer linken Alternative in Deutschland

Die Ergebnisse der Wahlen zum Bundestag und die der Landtagswahlen in Hessen waren erneut Anlass, über Möglichkeiten einer rot-rot-grünen Koalition nachzudenken. Tatsächlich wäre sowohl im Bund als auch in Hessen eine solche Koalition rechnerisch möglich, wenn auch der politische Rückhalt in der Gesellschaft dafür gegenwärtig gering wäre. Wirkliche Reformpolitik könnte angesichts enormer Gegenkräfte also nur sehr eingeschränkt durchgesetzt werden. Es bedürfte eines besonderen Geschicks und einer breiten demokratischen Mobilisierung, um Allianzen bilden und Mehrheiten herstellen zu können.
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| Marx Grün

September 2012
Von Alex Demirovic

Die Gesellschaftlichen Naturverhältnisse demokratisieren

Die Ökologiebewegung und daran anschließend die grüne Partei hatten eine zentrale Kritik an der Marx’schen Theorie.Die Überlegung von Marx aus dem Vorwort von »Zur Kritik der politischen Ökonomie«, wonach die Entwicklung der Produktivkräfte durch die Produktionsverhältnisse begrenzt würde, wurde so interpretiert, als wolle Marx immer weiteres Wirtschaftswachstum, immer weiteren Ausbau der technischen Beherrschung der Natur, um die natürlichen Ressourcen ohne Begrenzung aneignen zu können.
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| »Wir können das besser«

September 2011
Von Alex Demirović

Belegschaftseigentum, Demokratie, Transformation

Drei Vorgänge haben die Aufmerksamkeit auf Alternativen zu den vorherrschenden, kapitalistischen Formen der gesellschaftlichen Produktion und Dienstleistung gelenkt: die flexible Verlagerung der Produktionsmittel, um im globalen Wettbewerb der Standorte die Ausbeutungsrate zu vergrößern, geringste Gewinndifferenziale auszuschöpfen und Gewinne zu erhöhen; die Reaktionen in Lateinamerika auf die neoliberale Krise seit den 1990er Jahren und die sozialistischen Projekte; und schließlich die Erfahrung mit der Wirtschafts- und Finanzkrise.
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| FREIHEIT, GLEICHHEIT, SOLIDARITÄT

Dezember 2010
Von Alex Demirović

SOLIDARITÄT – DIE VERNACHLÄSSIGTE NORM

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit gelten als Grundwerte der westlichen Demokratien. Wie immer Demokraten über Fragen zerstritten sind, die die weitere Entwicklung des Gemeinwesens betreffen, so erwarten sie doch wechselseitig voneinander eine Übereinstimmung darin, dass diese Grundwerte die Grundlage des demokratisch verfassten Staates sind. Wäre dies nicht so, wäre auch das Gemeinwesen selbst von innen heraus bedroht.
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