| Alle Artikel von Thomas Sablowski

| Warum die imperiale Lebensweise die Klassenfrage ausblenden muss

Mai 2018
Von Thomas Sablowski

Ulrich Brand und Markus Wissen haben vor einiger Zeit ein neues Konzept in den Kosmos der kritischen Gesellschaftstheorie eingeführt: Die „imperiale Lebensweise“ (ausführlich: Brand/Wissen 2017). Was erklärt dieses Konzept? Wie verändert es unser Denken über Herrschaft und Ausbeutung, über die kapitalistischen Verhältnisse? Wie beeinflusst es unsere Strategien?
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| Die Armut des Armuts- und Reichtumsberichts

Mai 2017
Von Thomas Sablowski

„In der Wahrnehmung der Bevölkerung hat sich die Schere zwischen armen und reichen Menschen in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren deutlich gespreizt“, konstatiert der 5. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung (2. Entwurf, S. 100). Bei einer repräsentativen Befragung seien 44 Prozent der Meinung gewesen, „der Anteil armer Menschen sei in den letzten 5 Jahren stark gestiegen. 31 Prozent sagen dies auch für den Anteil reicher Menschen in Deutschland“ (ebd.). Ein starker Anstieg der Armut oder des Reichtums könne jedoch „anhand messbarer statistischer Daten […] so nicht bestätigt werden“, heißt es weiter.
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| Der Kampf um das neue Arbeitsgesetz in Frankreich

Juli 2016
Von Thomas Sablowski

Das neue französische Arbeitsgesetz ist oft mit der deutschen „Agenda 2010“ verglichen worden, und hinsichtlich der Tragweite der angestrebten Veränderungen des Arbeitsrechts ist das auch vollkommen richtig. So wie die ›Hartz-Gesetze‹ einen tiefen Einschnitt in der Entwicklung der deutschen Gesellschaft, von den Arbeitsbeziehungen bis hin zur Parteipolitik, bedeuteten, so wird auch der Kampf um das Arbeitsgesetz Frankreich tiefgreifend verändern. Es zielt unter anderem auf eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten, die Senkung der Lohnzuschläge für Überstunden, den Abbau des Kündigungsschutzes und die Aushöhlung und Entwertung der Flächentarifverträge.
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| Ja zur Demokratie, nein zur Austeritätspolitik in ganz Europa!

Juni 2015
Von Thomas Sablowski

Angela Merkels Behauptung, die Gläubiger hätten Griechenland zuletzt ein »außergewöhnlich großzügiges Angebot« gemacht, ist ein schlechter Witz. Die Position der Gläubiger ist im Wesentlichen seit dem ersten Tag der Verhandlungen mit der neuen griechischen Regierung unverändert. Die Regierungen der Euro-Gruppe und die Troika von Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und Europäischer Kommission beharren bis heute auf einer Fortsetzung der Austeritätspolitik in Griechenland, insbesondere auf weiteren gravierenden Mehrwertsteuererhöhungen und Rentenkürzungen, die zu einer weiteren Verarmung der breiten Masse der griechischen Bevölkerung führen würden.
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| Garantierte Prekarisierung – Die »Jugendgarantie« der EU

Mai 2015
Von Thomas Sablowski und Sandra Sieron

Die Arbeitslosenquote der 15- bis 24-Jährigen lag in der Europäischen Union (EU) im dritten Quartal 2014 laut Eurostat bei 21,3 Prozent. In Spanien waren es offiziell 52,4, in Griechenland 49,5, in Kroatien 40,4 und in Italien 39,3 Prozent. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit in der EU ist nicht nur ein ökonomisches Problem, sondern zunehmend auch ein politisches für die Regierenden. Denn die Protestbewegungen gegen die Krisenpolitik der EU-Regierungen und der Troika von Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds werden in hohem Maße von jungen Menschen getragen. So ist es nicht verwunderlich, dass der wiedergewählte Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, in seiner ersten Rede vor dem neu konstituierten Parlament am 1. Juni 2014 das »schockierende Niveau der Jugendarbeitslosigkeit«, das eine »Bedrohung für unsere Demokratie« sei, gleich an erster Stelle der politischen Herausforderungen in seiner neuen Amtsperiode nannte (Schulz 2014). Und auch der neue Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, eröffnete die Vorstellung seiner politischen Leitlinien für die zukünftige Arbeit der Kommission mit der Bemerkung, die Jugendarbeitslosigkeit habe Höchststände erreicht, und erklärte die Schaffung neuer Arbeitsplätze zum primären Ziel seiner Agenda (Juncker 2014, 2).


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| Eine Union für grosse Banken

Mai 2014
Von Jano Bruchmann und Thomas Sablowski

Banken sind profitorientiert wie andere Unternehmen auch. Besonders ist nur, dass sie als Kreditgeber und -nehmer Beziehungen mit Unternehmen aller Branchen haben. Vor allem Großbanken gelten als ›systemrelevant‹, da deren Zusammenbruch Kettenreaktionen im gesellschaftlichen Geldkreislauf auslösen kann. Neben dem normalen Unternehmensrecht existiert deshalb ein besonderes Bankenrecht. Die Behörden, die dieses durchsetzen sollen, sind unverzichtbarer Teil der Regulation kapitalistischer Wirtschaft. Sie sorgen nicht nur für die Reproduktion des Bankgeschäfts, sondern fördern indirekt gleichzeitig die Produktion neuer Finanzprodukte.
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| Gewerkschaften und Standortkonkurrenz. Der Fall General Motors / Opel

August 2013
von Thomas Sablowski

»Lebenstraum? Ach, weiß ich nicht. Lebenstraum hab’ ich nicht. Will halt nicht arbeitslos werden später. Das ist so das Schlimmste, was passieren könnte.«
Jerome, 18 Jahre, Auszubildender bei Opel Bochum*

Hauptaufgabe der Gewerkschaften ist es, die Konkurrenz unter den Lohnabhängigen einzudämmen. Inwieweit ihnen das gelingt, hängt von den jeweiligen Organisationsformen und Strategien sowie den Kräfteverhältnissen ab. Der Fall General Motors/Opel ist in dieser Hinsicht lehrreich. Da Opel in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich an Marktanteilen verloren hat und sich praktisch permanent in der Krise befand, waren die Beschäftigten ständig mit Angriffen auf ihre Löhne und Arbeitsbedingungen konfrontiert. Unter diesem Druck haben sich neue Ansätze einer europäischen Organisierung herausgebildet, die jedoch deutliche Grenzen haben.
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| Der deutsche Machtblock in der europäischen Krise

Juli 2013
von Thomas Sablowski und Frederic Heine

Linke Kritik richtet sich vielfach auf die Krisendynamik verschärfende Kürzungspolitik und auf die zentrale Rolle der deutschen Bundesregierung bei der Disziplinierung der Krisenländer. Doch welche Faktoren spielen für die Ausrichtung der Krisenpolitik eine Rolle? Von welchen sozialen Kräften wird sie getragen?
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| DIE PRODUKTIONSWEISE EINES VEREINS FREIER MENSCHEN

Dezember 2010
Von Thomas Sablowski

Ein Moment der Schwäche der Linken liegt darin, dass sie selbst keine Klarheit und keinen Konsens über ihre Ziele hat. In der gegenwärtigen Sozialismusdebatte lässt sich ein Spektrum von unterschiedlichen bzw. gegensätzlichen Positionen ausmachen, die jeweils mit einem unterschiedlichen Verständnis der Marxschen Theorie und der kapitalistischen Produktionsweise sowie der Gründe für das Scheitern des »real existierenden Sozialismus« zu tun haben.
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