| UNITED STATES OF AUTOMOBILES – KULTUR UND GESCHLECHT DER MOBILITÄT*

von Catherine Lutz und Anne Lutz Fernandez

Unablässige Werbung und Lobbyismus über Jahrzehnte haben ein tief verankertes Glaubenssystem geschaffen und verbreitet: eine ausgereifte Autoideologie. Diese ist – wie viele Elemente der Kultur – für uns unsichtbar, da wir mit ihr sehen. Wie farbige Kontaktlinsen strukturiert und begrenzt der Denkrahmen, mit dem wir aufgewachsen sind, unsere Vorstellungen darüber, wie wir uns fortbewegen, wofür wir Geld ausgeben, welche Risiken wir eingehen und wo wir leben.

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| Von Detroit zum Amazonas – Eine Reise durch die Ruinen des Imperiums

von Greg Grandin

Fordlandia, Foto: Mélété

Das Imperium endet mit einem Rückzug. Nicht, wie viele vor ein paar Jahren dachten, aus dem Irak, sondern aus Detroit. Der eigentliche Rückzug von Motor City begann bereits vor Jahrzehnten als Ford, General Motors und Chrysler damit begannen, ihr operatives Geschäft aus der Innenstadtgegend in die schwieriger gewerkschaftlich zu organisierenden ländlichen Gegenden und Vororte und schließlich nach Übersee zu verlagern. Selbst als die Wirtschaft in den 1950er und 60er Jahren noch boomte verließen bereits 50 Detroiter am Tag die Stadt. 1989 gab es Tausende Baulücken und über 15.000 verlassene Wohnhäuser zu bestaunen. Hinreißende Gebäude wurden ver- und der Natur überlassen, die sie mit Gras überzieht, nunmehr kunstvoll verzierte Vogelhäuser.
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| Democratic Social Planning and Worker Control

von Thad Williamson

The United States is historically the society most closely associated with and most devoted to the automobile. Automobile production, combined with the provision of auto-related infrastructure such as highways, was one of the major engines of capitalist economic growth in the 20th century in the U.S. The proliferation of the automobile deeply affected residential patterns in the U.S. by facilitating the decentralization of metropolitan areas and ongoing process of suburban sprawl.
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| »TüBus umsonst!« Für ein Grundrecht auf Mobilität

Von ZAK-Tübingen

»Nulltarif im Stadtverkehr!« – mit dieser Forderung versuchen wir seit zwei Jahren einen doppelten Spagat: Zwischen sozialer Frage und Ökologie ebenso wie zwischen pragmatischer Kommunalpolitik und antikapitalistischer Utopie. Entstanden ist unsere Kampagne für einen kostenfreien öffentlichen Nahverkehr aus zwei zunächst getrennten Debatten, die uns die letzten Jahre beschäftigt haben: Grundeinkommen und Klimawandel. An der Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen überzeugte uns vor allem das Konzept


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| Time to say goodbye

Von Rainer Rilling

Aus Stahl gemacht, durch einen Verbrennungsmotor angetrieben, für vier Personen ausgelegt, im privaten Eigentum und unabhängig voneinander betrieben: Das ist das Modell Auto. Fast ein Jahrhundert lang war es prägend, weltweit. Seine Epoche läuft jetzt unwiederbringlich aus.


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| Von hier nach dort – ganz anders: Editorial 3/2010

Die Autoindustrie präsentiert sich als Vorreiter und globaler Leitmarkt. Von den Krisen wird geschwiegen: Seit Jahrzehnten wird zu viel produziert. Das verschärft die Konkurrenz – die in erster Linie die Beschäftigten trifft. Die Hersteller in Europa und Nordamerika wollen die Produktion von Autos verdoppeln; die machtvollen Konkurrenten in Asien verfolgen dasselbe Ziel. Das Go Green der Autoindustrie soll den alten Weg individueller Mobilität verlängern und das Geschäftsmodell mit verändertem Antrieb fortführen.
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| The Chinese Automotive Industry in the Wake of Economic Crisis

by Elaine Hui

Background : the rapid expansion of Chinese car industry

On the surface, China has been able to cope with the global economic crisis effectively; its GDP has reached 8.7% in 2009 and it is reckoned that it will increase to 9.1% in 2010 (Xinhua net 21st January 2010). According to the media report, its automotive industry has experienced the greatest expansion in the last year, with a sales increase of 42.1 % (Xinhua net 21st January 2010). As a matter of fact, China has surpassed the U.S. in 2009 and has become the world’s largest auto market. Table 1 shows the production and sales in the Chinese car market.
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| MACHTBEZIEHUNGEN IN DER GLOBALEN KOMMUNIKATION

von Miya Yoshida

Postkarte der “Phone-Wars”

Im Kontext der Telekommunikation wird häufig von Erreichbarkeit (accessibility) gesprochen. Das bedeutet zweierlei: Die Nutzer der mobilen Telefonie haben globalen personalisierten Zugriff auf ein simultanes Netzwerk. Dessen soziale und kontextuelle Verfügbarkeit ebnet soziale Unterschiede und Hierarchie und beinhaltet gleichzeitig Verhandlungen über die zeitliche Flexibilität von Individuen. Beide Bedeutungen von Erreichbarkeit drücken sich im Englischem – in der Medientheorie wie auch in den Werbekampagnen großer Mobiltelefonanbieter – im Begriff seamless connectivity (nahtlose Kommunikation) aus.
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| Sind wir Auto?

von Michael Brie

In der schlimmsten Wirtschaftskrise seit 1929 wird die Abwrackprämie vielleicht als größte Massenbewegung in die Geschichte der Bundesrepublik eingehen. Zwei Millionen Käufer von neuen Autos können jetzt ihre Altwagen wegwerfen und auf einen neuen umsteigen. Alle Demonstrationen gegen die Abwälzung der Krisenfolgen auf die »kleinen Leute« zusammen genommen haben bisher keinen vergleichbaren Massencharakter.
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| SIND WIR AUTO?

Von Michael Brie

In der schlimmsten Wirtschaftskrise seit 1929 wird die Abwrackprämie vielleicht als größte Massenbewegung in die Geschichte der Bundesrepublik eingehen. Zwei Millionen Käufer von neuen Autos können jetzt ihre Altwagen wegwerfen und auf einen neuen umsteigen. Alle Demonstrationen gegen die Abwälzung der Krisenfolgen auf die »kleinen Leute« zusammen genommen haben bisher keinen vergleichbaren Massencharakter.
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