| Zu viel und zu wenig. Die Macht der Konzerne und die globale Fehlernährung

Fehlernährung ist weltweit ein erheblicher Krankheits- und Sterblichkeitsfaktor, besonders im globalen Süden. Die Unterernährung von Frauen hat gravierende Auswirkungen nicht nur auf ihre Gesundheit, sondern auch auf den Verlauf von Schwangerschaften. Ein niedriges Geburtsgewicht ist die häufigste Todesursache bei Neugeborenen und eine direkte Folge der Unterernährung ihrer Mütter: Etwa 2,6 Millionen und damit fast 40 Prozent frühkindlicher Sterbefälle gehen weltweit hierauf zurück. Unterernährung erhöht nicht nur das Risiko für Infektionskrankheiten und Tod, sondern beeinträchtigt auch die körperliche und geistige Entwicklung.
| mehr »

| Weltrettung im Supermarkt – wie ethischer Konsum ein unethisches System stützt

Wenn man bei Google das Wort „nachhaltig“ eingibt, erhält man 16 Millionen Treffer. Wenn man in den Ergebnissen stöbert, also in Medienberichten, auf den Homepages von Konzernen und NGOs oder in den ungezählten Portalen für „ethischen Konsum“ stellt man schnell fest: Alles, was einmal als schädlich und schändlich galt, dient heute der Weltrettung. Thunfischsteaks, dicke Autos, die Formel 1, Aktienfonds, Flugreisen, Pelzmäntel, Gemüse aus Südspanien, Pflanzensprit, Palmöl, gentechnisch verändertes Soja, Kohlekraft, Staudämme, Erdöl aus der Arktis – all das gibt es heute in „nachhaltig“, „grün“ oder „verantwortungsvoll“.
| mehr »

| GEIZ IST GAR NICHT GEIL. ÜBER KONSUMWEISEN, KLASSEN UND KRITIK

Angesichts der Übernutzung natürlicher Ressourcen, immenser Abfallproduktion und fortschreitender Zerstörung der ökologischen Grundlagen des Planeten ist Konsumkritik en vogue. Allenthalben wird der Wahnsinn der Wachstumsgesellschaft und des Massenkonsums beklagt. Gehör verschaffen sich vor allem mahnende Stimmen aus dem wertkonservativen und dem grünbürgerlichen Lager. Jeweils exemplarisch hierfür stehen der Ökonom Meinhard Miegel und der Sozialpsychologe Harald Welzer. Beide Autoren treffen einen Nerv der Zeit. In ihrer Argumentation finden sich kulturpessimistische, neo- liberale und kapitalismuskritische Versatzstücke einer Kritik, die Probleme benennt, Bedrängnis anspricht und Sehnsüchte aufgreift. Zugleich bieten sie ein verkürztes Verständnis von Konsum und Bedürfnisbefriedigung, weil sie Klassenverhältnis- se nicht bedenken und häufig moralisch statt politisch argumentieren. Konsum aber ist eine Klassenfrage.1
| mehr »