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Reproduktion in der Krise – LuXemburg 4/12


Reproduktion ist die Frage nach der Zukunft: Wie wollen wir leben? Wie geht es morgen weiter? Welche Arbeit muss getan werden, damit alle zur Arbeit kommen? Und wie kann die Gesellschaft insgesamt erhalten, erweitert, entwickelt werden? Widersprüche zwischen der Reproduktion des Kapitals und Ansprüchen an ein gutes Leben, Erholung, Muße und Teilhabe sind zugespitzt: Mehr Frauen gehen arbeiten, Familienmodelle sind in Bewegung; gleichzeitig ist Arbeit intensiviert, häufig prekär, Löhne sind gesunken, Arbeitszeiten überlang und unberechenbar. Wer sorgt für sich und andere? Öffentliche Institutionen wurden ausgehungert. Die Frage nach einer gerechten Organisation reproduktiver Arbeit, ein Kern des Feminismus, ist in Neoliberalismus und Krise verschoben: Lassen sich Menschen – Frauen – finden, die die Reproduktion für wenig Geld erledigen? Neue Spaltungen ziehen sich um den Globus.

Wie kann die Krise der Reproduktion zum Ausgangspunkt einer Transformation werden, die reproduktive Praxen nicht mehr ausbeutet, sondern ins Zentrum alternativer Gesellschaftsgestaltung stellt? Wo verdichten sich durch eine fortschreitende Privatisierung gesellschaftlicher Daseinsvorsorge Kämpfe um eine (Wieder-)Aneignung des Öffentlichen?

 

Die gesamte Ausgabe kann als pdf  hier [1] heruntergeladen werden. Heftbestellungen sind leider nicht mehr möglich, da die Ausgabe vergriffen ist.

 

Inhalt

Editorial

 

Neoliberalismus extrem

Gabriele Winker Erschöpfung des Sozialen [2]

Mario Candeias Zu viel und zu wenig. Ein Moment organischer Krise [3]

Melinda Cooper und Silvia Federici Von der Hausfrau zur Leihmutter. Reproduktionsarbeit im globalen Kapitalismus [4]

Christa Wichterich Mikrokredite und die Entdeckung der Frauen [5]

MaŁgorzata Maciejewska und Marcin MarszaŁek Nach dem Mütterstreik. Alltag in einer polnischen Kleinstadt [6]

Sarah Schilliger Verschobene Krisen. Globalisierte Care-Arbeit und neue alte Ungleichheiten [7]

Arlie Russell Hochschild Wie wir uns selbst outsourcen [8]

Susanne Schultz Demografischer Sachzwang und politisiertes Gebären [9]

 

Einsprüche

Nancy Fraser Feminismus ohne Strategie [10]

Christine Kriegerowski Küchengirl verweigert [11]

Shirin M. Rai, Catherine Hoskyns und Dania Thomas Die Kosten unbezahlter Hausarbeit [12]

Miriam Lang und Alejandra Santillana Frauenbewegung und patriarchaler Staat in Ecuador [13]

Bernd Riexinger Arbeitszeitverkürzung. Neue Perspektiven aus den Kämpfen entwickeln [14]

 

Kämpfe

Sandy Kaltenborn und Tashy Endres »Die Stadt von morgen beginnt heute«. Kotti & Co protestiert gegen die Berliner Wohnungspolitik [15]

Mike Laufenberg Communities of Care: Queere Politiken der Reproduktion [16]

Isabell Lorey Praktizierte Demokratie in den Besetzungen: Eine konstituierende Macht [17]

Christiane Leidinger Potenziale politischen Zeltens. Alte und neue Camps als Aktionslaboratorien [18]

 

Plan B

Cornelia Möhring Der Plan B – ein feministischer Blick auf ein anregendes Projekt [19]

Tadzio Müller Plan B? Ökologie für alle! [20]

 

Care for Class

Horst Kahrs Abschied und Wiederkehr. Neuorientierung der LINKEN [21]

Georg Fülberth Eric Hobsbawm und das 20. Jahrhundert [22]

Vishwas Satgar Nach Marikana. Das Massaker an südafrikanischen Bergarbeitern und die arbeiterfeindliche Politik des ANC [23]

Eva Völpel und Álvaro Garreaud Perspektiven des Protests. Verfassunggebende Versammlung in Chile? [24]