| Krise in Venezuela

Januar 2019  Druckansicht    Druckansicht

Die Lage in Venezuela ist eskaliert. Die Krise hat bereits eine lange Entwicklung genommen. Ein Teil der Problematik liegt in den Widersprüchen des chavistischen Modells des „Sozialismus im 21. Jahrhundert“, die innerhalb der Linken schon lange diskutiert werden.

Der Prozess der „bolivianischen Revolution“ hat dabei zahlreiche wichtige Verbesserungen hervorgebracht, die Umverteilung des Reichtums aus der Ölgewinnung, die Verbindung von Sozialprogrammen mit erweiterter Partizipation und Selbstorganisation, die Förderung von betrieblicher Selbstverwaltung und Kooperativen, Verbesserung der Gesundheitsversorgung etc., aber auch die internationalen Entwicklung wie ALBA, die wechselseitige Unterstützung linker Regierungen in Lateinamerika – unabdingbar, zur Sicherung der linken Projekte in einem nach wie vor feindlichen Umfeld, sowohl international als auch mit einer antidemokratischen Opposition im Inneren konfrontiert. Doch die Hauptprobleme konnten nicht hinreichend bearbeitet werden: Das Modell einer Rentenökonomie mit ansonsten mangelnder ökonomischer Basis, einer auf eben diesen Reichtum basierenden Machtstruktur, in der das Militär bis heute die entscheidende Rolle spielt, mit entsprechenden Effekten wie einer mittlerweile grassierende Korruption und einer problematischen Entwicklung für demokratische Verhältnisse. Auf die antidemokratischen Angriffe von außen und innen, reagierte die geschwächte Regierung von Nicolás Maduro selbst mit autoritären Mitteln, ohne Perspektive wie die wirtschaftliche Krise zu bewältigen und der unter Chavez begonnene Prozess wieder eine Dynamik gewinnen kann. In dieser Situation kommt es zu einem Putschversuch, der nichtsdestoweniger eine klare Position von links erfordert. Wir veröffentlichen an dieser Stelle mehrere Beiträge mit teilweise unterschiedlichen Einschätzungen zur Krise in Venzuela.