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»Den Betrieb übernehmen« – Luxemburg 3/2011 ist erschienen


[1]Globale Krise und Krisenpolitik können als Geschichte der Enteignung erzählt werden: Konjunkturprogramme und »Rettungsschirme« haben Mittel für Unternehmen und Banken mobilisiert, die durch Lohnverzicht und Kürzungen der öffentlichen Leistungen eingespielt werden müssen. Rating-Agenturen, »Gläubigerstaaten« und die EU als verallgemeinerte Finanzaufsicht verringern den Spielraum für demokratische Entscheidungen. Dabei könnte die Krise genutzt werden, um gesellschaftliche Teilhabe und Wirtschaftsdemokratie durchzusetzen. In der argentinischen Krise entstand eine Bewegung an der Basis, die Betriebe besetzt oder weiterführt, die geschlossen oder verlagert werden sollen. Auch in den USA ist auf den Ruinen fordistischer Produktionsstätten eine vielfältige Bewegung von Kooperativen und Genossenschaften in Belegschaftseigentum entstanden.

Internationale Erfahrungen können Horizonte öffnen: Fragen der alltäglichen Produktion des Lebens rücken wieder ins Zentrum, machen sie zum Gegenstand demokratischer Fragen: Was wird produziert? Wie wollen wir arbeiten? Wie werden Interessen zwischen Arbeitsplatzerhalt und Klimaschutz vermittelt? Wie überschreiten die geteilten Interessen der Wenigen den Horizont des eigenen Betriebs? Transnationale Netzwerke von Kooperativen und Genossenschaften könnten ökonomische Alternativen sein, Perspektiven auf eine solidarische Ökonomie.

Die neue Ausgabe der Luxemburg 3/20211 kann hier [2] bestellt werden.

 

INHALT

Editorial [3]

Konzepte

Heinz Bierbaum Renaissance der Belegschaftsbetriebe? Zur Diskussion in den Gewerkschaften [4]

Jessica Gordon Nembhard und Emily Kawano Genossenschaften und die Bewegung für eine solidarische Ökonomie [5]

Alex Demirovic »Wir können das besser«. Belegschaftseigentum, Demokratie und Transformation [6]

Immanuel Ness Kooperativen und Genossenschaften in den USA: Gestern und Heute [7]

Tim Hunt Arbeiter der Welt, kooperiert! Die Rolle von Belegschaftseigentum und Kooperativen für Transformation [8]

Volker Braun Die hellen Haufen. Auszüge [9]

Rückblicke

Boris Kanzleiter Arbeiterselbstverwaltung in Jugoslawien – eine ambivalente Erfahrung [10]

Jörg Roesler Umkämpftes Eigentum in der DDR [11]

Petra Brangsch Glasnost, Perestroika und das Eigentum [12]

Henning Süssner Rubin Lohnempfängerfonds. Gescheiterte Demokratiereform in Schweden [13]

Praxis

Dario Azzellini Arbeiterkontrolle in Venezuela [14]

Henrique T. Novaes und Renato Dagnino Arbeiterorganisation in wieder angeeigneten Fabriken [15]

Wolfram Adolphi China: Die widerspruchsvolle Eigentumsfrage [16]

Carl Davidson Mondragón und der Sozialismus des 21. Jahrhunderts [17]

Matteo Gaddi Italien: Kooperativen ohne Industriepolitik [18]

Vishwas Satgar Landwirtschaftliche Kooperativen in Südafrika [19]

Class & Care

Cornelia Möhring und Katharina Schwabedissen Debatte 4in1 in der Praxis [20]

Natalia Iguiñiz Boggio La Otra – Die Andere [21]

Linke Strategien

Rainer Rilling Wenn die Hütte brennt… [22]

Christoph Spehr Wann kann man sagen, dass Die Linke existiert und mit normalen Mitteln nicht mehr zerstört werden kann [23]?

Hilary Wainwright und John Holloway Kapitalismus aufbrechen oder den Staat zurückfordern? Ein Briefwechsel [24]

 

September 2011, VSA Verlag, 160 S., 10 Euro

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