| Schumpeter über Marx

Von Ulrich Hedtke

„…verglichen mit seiner Leistung sinken die Klassiker zur Bedeutungslosigkeit herab“
Joseph Alois Schumpeter über Marx

Schumpeter ist bekannt als Theoretiker der Innovation, die er in einem seiner Werke auch als „schöpferische Zerstörung“ bezeichnete. Innovationen bilden für ihn die sozialökonomisch ausschlaggebende Bewegungsbahnen des Kapitalismus. Er gilt mit seinem Werk als einer der wichtigsten bürgerlichen Ökonomen. Sein Durchbruch zu einer entwicklungstheoretischen Auffassung der Wirtschaft verbindet ihn nicht nur eng mit Marx, sondern Marx galt ihm, wie neue Manuskripte unmissverständlich zeigen, als ein „Wegweiser“.   Schumpeter wurde u.a. von Marx´ Darstellung der Entfesselung der Produktivkräfte in der kapitalistischen Produktionsweise inspiriert. Mehr als man ahnte ringt Schumpeter damit, dass neben Marx kein anderer jemals Entwicklungsgesetze des Kapitalismus so treffend beschrieben hatte. Wie sollte er dies nur darstellen? Marxens gedankliches Grundkonzept als „Vision“ vom historisch bedingten Stand der Analyse und der analytischen Werkzeuge abhebend, schienen ihm die nichtmarxistischen Ökonomen im Vergleich mit der Marxschen Vision als nichtssagend. Schumpeters innovationstheoretischer Ansatz führte ihn im Besonderen zu der Annahme, dass die gesellschaftlichen Neuerungsprozesse der historischen Tendenz nach nicht mehr der Initiative des kapitalistisch fundierten Privatunternehmers bedürfen. Mit Blick auf die damit verbundenen Transformationsprozesse studierte er die „Überlegenheit des sozialistischen Grundplans“ (1942, 310ff). Wir veröffentlichen erstmals Auszüge aus Schumpeters Manuskripten zu seinem Werk „Capitalism, Socialism & Democracy“ aus seinem Nachlass.

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| Highway to Hell – erneute Subventionen für die Autoindustrie

Von Philipp Köncke und Thomas Sablowski

Lasse nie eine Krise ungenutzt – in dieser Hinsicht können wir von der Autoindustrie einiges lernen. Heute, am 5. Mai, fand wieder einmal ein „Autogipfel“ der führenden Konzernlenker und Autolobbyisten mit der Bundeskanzlerin statt. Gegenstand der Besprechung: Weitere Subventionen in Milliardenhöhe für die deutsche „Schlüsselindustrie“. Wiederaufgeführt wird ein Schauspiel, das wir schon in der letzten globalen Finanz- und Wirtschaftskrise erleben konnten, als die „Abwrackprämie“ eingeführt wurde.
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| Empire – zwanzig Jahre später

Von Michael Hardt und Antonio Negri

Vor zwanzig Jahren, als unser Buch Empire in erster Auflage erschien, standen die ökonomischen und kulturellen Prozesse der Globalisierung im Rampenlicht: Vor aller Augen war eine Art neue Weltordnung im Entstehen begriffen. […]

Es ist wahr, die Weltordnung mitsamt ihren globalen Kommandostrukturen steckt überall in der Krise, aber paradoxerweise verhindern die vielfältigen Krisen der Gegenwart nicht die Herrschaft und den Fortbestand dieser globalen Strukturen.
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| Coronakrise – “Danach” und linke Strategie

Von Dieter Klein

Die Coronakrise hat aufs Eindringlichste Fragen nach der Lösung elementarer Lebensfragen in die gesellschaftliche Agenda eingeschrieben, die akuten Handelns und strategischer Überlegungen bedürfen.
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| Ein Gelegenheitsfenster für linke Politik? Wie weiter in und nach der Corona-Krise

Vom Institut für Gesellschaftsanalyse & Friends

Hier geht es zur Langfassung dieses Textes.

Die gegenwärtige Krise ist eine neuartige Form von Krise und kann durchaus als eine Art Vorzeichen für kommende Krisen verstanden werden. Denn sie ist nicht allein das Ergebnis der inneren Dynamik der Wirtschaft wie im Fall der Finanzkrise, die vorhersehbar war und von vielen Linken auch vorhergesehen wurde. Bei der heutigen Krise handelt sich um das, was in der Linken als Vielfachkrise thematisiert wurde:
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| Der Klassencharakter der deutschen Politik in der Coronakrise

Von Thomas Sablowski

Der Papst, der frühere UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, Madonna und viele andere sind sich einig: Wir sitzen in der „Coronakrise“ alle in einem Boot. Aber wie heißt es so schön: Die einen rudern und die anderen steuern. Schauen wir uns die deutsche Politik in dieser Krise unter dem Blickwinkel an, wie sie sich auf die verschiedenen sozialen Klassen auswirkt.


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| Die CDU vor der Zerreißprobe

Von Michael Frey

Spätestens auf dem Leipziger Parteitag der CDU im November 2019 zeigte sich, dass die innere Geschlossenheit der Merkel-CDU vorbei ist. Das deutete sich bereits geraume Zeit vor dem Parteitag an, als Teile der Fraktion und des Parteiapparates die rechte Parole „Merkel muss weg“ mehr oder minder offen unterstützten.[1] Nach den Ereignissen in Thüringen ist nun vollends sichtbar, dass die Spannungen und Widersprüche zwischen den unterschiedlichen Strömungen und Interessen, die sich bislang in der CDU bündeln, aufgebrochen sind.
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| Wohin treibt die Erneuerung die CDU? Überlegungen zu möglichen Szenarien

Von Horst Kahrs

Die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich mit den Stimmen von CDU und AfD zum Ministerpräsidenten im Erfurter Landtag, die Annahme der Wahl sowie der Rücktritt vom Amt des Ministerpräsidenten am Tag darauf haben die Krise des bundesdeutschen Parteiensystems verschärft. Die Parteivorsitzende der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer trat wegen offenkundigen Autoritätsverlustes und unterlassener politischer Führung zurück. Eine Neuordnung des Parteiensystems steht bevor. CDU und Linkspartei spielen derzeit die entscheidende Rolle, wenn es darum geht, die von der AfD ausgelöste politische Krise konstruktiv zu wenden.
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| ABC der Transformation: Vergesellschaftung

Von Frank Deppe

Vergesellschaftung bedeutet Überführung von individuellem Privateigentum an Produktionsmitteln in das Eigentum von Gesellschafter*innen oder in das Eigentum der Gesellschaft, in der sich Menschen genossenschaftlich assoziieren oder in deren Namen der demokratische Staat handelt. Erst mit der Entwicklung der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft seit dem 18. Jahrhundert wird die Vergesellschaftung reale Möglichkeit und damit Gegenstand politischer und sozialer Auseinandersetzungen.
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| SPD: Politikwechsel? Perspektivisch

Von Jan Schlemermeyer

Die Sozialdemokratisierung der SPD kann der Auftakt für einen Politikwechsel im Bund sein – und ist eine Chance für die LINKE

Die Wahl der neuen Vorsitzenden und die Entscheidungen auf ihrem Parteitag im Dezember zeigen: Die Stimmung in der SPD hat sich programmatisch in Richtung klassisch sozialdemokratischer Politik gedreht. Machtpolitisch gibt es einen faktischen Deal: Das Parteiestablishment um Ministerpräsidenten, Bundesminister und die Mehrheit der Bundestagsfraktion nimmt die neue Führung von links (vorerst) hin, dafür bleibt die SPD in der Bundesregierung und die Agenda-Vertreter*innen behalten mehrheitlich ihre Posten.
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