| Raum nehmen! Warum wir eine feministische Verkehrsplanung brauchen

Von Janna Aljets

Die Dominanz des Autos ist Ausdruck hegemonialer Männlichkeit und bringt freie Fahrt für wenige statt Mobilität für alle. Höchste Zeit für eine feministische Verkehrswende.

Straßenschluchten und Gehwege, U-Bahn-Stationen und Spielplätze scheinen allen Menschen der Stadt offenzustehen und universal zugänglich und verfügbar zu sein. Ein Fahrstuhl kann ebenso von allen genutzt werden wie der vierspurige Innenstadtring – oder etwa nicht? So unterschiedlich die Städte der Welt sind, so sehr ähneln sie sich in einer Sache: In ihnen materialisieren sich auch der männliche* Blick, die patriarchalen Verhältnisse und eine auf den männlichen* und weißen* »Normalbürger« zugeschnittene Produktions- und Lebensweise. Damit privilegieren sie wenige und negieren die Bedürfnisse vieler anderer.
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| Die Mobilitätswende: Strategien zur Ausbalancierung eines anfälligen Dreiecksverhältnisses

Von Wolfgang Lemb

Die Mobilitätswende bewegt sich im Dreiecksverhältnis zwischen Dekarbonisierung, den zu erwartenden Beschäftigungseffekten aus der Umstellung vom Verbrenner zur E-Mobilität und der Teilhabe an der Mobilität der Zukunft.
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| Gespräch: Den Flugverkehr begrenzen – aber wie?

Mit Magdalena Heuwieser

»Das Fliegen ist ein riesiges Gerechtigkeitsproblem. Das aufzuzeigen, hat die Linke bisher vernachlässigt.« 
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| GESPRÄCH: Tarifrunde im ÖPNV – Was verbindet Beschäftigte und Klimabewegung?

Mit Lara Zschiesche & Erdoğan Kaya

Fridays for Future sind seit Monaten aktiv, aber wenn man das Klimapaket anschaut, habt ihr noch nicht so richtig was erreicht, oder?

Lara//: Das ist zwiespältig. Ich denke schon, dass wir eine Diskursverschiebung in der Gesellschaft erreicht haben. Wir haben das Thema Klimawandel ganz oben auf die politische Agenda gesetzt, das ist nicht nichts. Aber es stimmt: Von den konkreten Forderungen wurde bisher keine umgesetzt. Obwohl im September 1,4 Millionen Menschen bei den Demonstrationen zum globalen Klimastreik waren.
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| Weiter so mit Alibi – Warum die deutschen Autokonzerne bislang recht gut durch die Krise kommen

von Winfried Wolf

Von wegen Verkehrswende – die Zahl der Pkw steigt weiter, der E-Anteil ist verschwindend. Elektromobilität ist das Alibi der Autoindustrie für ein Weiterso.

Anfang des Jahres 2020 gab es in Berlin ein Spitzentreffen von Vertretern der Autoindustrie, der IG Metall und der Bundesregierung. Als Ergebnis wurde verkündet, die Bundesregierung werde »den Strukturwandel der Autoindustrie beschäftigungspolitisch begleiten« und die »Hürden für Kurzarbeit senken« (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.1.2020). Auf den ersten Blick erscheint diese Maßnahme überzogen.Die Profite der deutschen Hersteller lagen auch 2019 auf Rekordhöhe. Und der Abbau von Arbeitsplätzen in der Branche erfolgte (Opel ausgenommen) bislang in homöopathischer Dosierung. Es stellt sich die Frage: Woher beziehen die deutschen Autokonzerne in dem Umfeld einer beginnenden Branchenkrise ihre Stärke? Und: Wie lange kann diese Sondersituation aufrechterhalten werden?
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| Öffentlich zum Nulltarif – Ein unentgeltlicher Nahverkehr erleichtert den Umstieg

Von Judith Dellheim

Weltweit gibt es Städte, in denen die öffentlichen Verkehrsmittel unentgeltlich genutzt werden können. Nicht immer ist damit schon ein Schritt in Richtung Verkehrswende verbunden.

Heute gibt es weltweit in etwa 100 Städten und Gemeinden einen Nulltarif im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), 60 davon liegen in Europa. In Deutschland ist öffentliches Fahren zum Nulltarif gegenwärtig im bayerischen Pfaffenhofen und seit 1. April auch in Mohnheim möglich. Tübingen will folgen.
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| Gespräch: Konversion der Autoindustrie – Was denken die Beschäftigten?

mit Andrea Eckardt, Klaus Mertens, Björn Harmening & Tom Adler

Die Autoindustrie ist im Umbruch, eine Krise des jetzigen Produktionsmodells ist absehbar. Gibt 
es in diesen Prozessen Spielräume für eine sozialökologische Konversion, die von den Beschäftigten gestaltet wird? Wir haben bei gewerkschaftlich Aktiven aus der Autoindustrie nachgefragt.


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| Automobiler Konsens am Ende? Wie die Linke bestehende Risse vertiefen könnte

Von Tobias Haas & Markus Wissen

Die Autoindustrie war jahrzehntelang die Leitbranche des deutschen Kapitalismus, der gesellschaftliche Alltag am Auto orientiert. Nicht nur aus ökologischen Gründen kann es so nicht weiter gehen.
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| Den Verkehr in eine neue Ordnung bringen

Von Sabine Leidig

In unseren Städten dominiert das Auto – es blockiert Raum, stinkt und ist für alle, die ohne Auto unterwegs sind, eine Gefahr. Die Karten müssen neu gemischt werden – eine andere Straßennutzungsordnung muss her.

Die »autogerechte Stadt« ist eine Untote. Als Leitbild ist sie beerdigt, als gesellschaftliche Realität jedoch quicklebendig. Alle, die Alltagswege zu Fuß oder per Fahrrad zurücklegen, können ein Lied von den Zumutungen singen: zugeparkte Wege, Angst vor Lastwagen, Rasern und bedrohlicher Enge, Ärger über Wartezeiten an lauten und stinkenden Straßen. Stress und Streit sind keine Seltenheit.
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| Eine andere Bahn ist möglich – wieso die Deutsche Bahn grundlegend umgebaut werden muss

Von Carl Waßmuth

Bahnfahren ist die Alternative zu den Klimakillern Pkw, Lkw und Flugzeug. In ihrem aktuellen Zustand könnte die Deutsche Bahn Millionen zusätzlicher Fahrten aber kaum stemmen.

Das Foto traf die Public-Relations-Abteilung der Deutschen Bahn hart: Greta Thunberg im Gang eines überfüllten ICE auf dem Boden sitzend. Die Relativierungsversuche der DB verstärkten die Verbreitung nur noch. Wer öfter mit dem Zug fährt, wird die Aufregung um das Foto kaum nachvollziehen können, zeigt es doch den vielen sattsam bekannten DB-Alltag.
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