| Eric Zemmour: Ein Journalist bedient den rechten Rand in Frankreich

Das Schaulaufen der Kandat*innen für die 2022 stattfindenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich nimmt erneut Fahrt auf. Spätestens seit den Regional- und Départementswahlen im Frühjahr dieses Jahres, die mit einer deutlichen Niederlage für die LREM-Partei des Staatspräsidenten Emmanuel Macron aber auch mit herben Stimmenverlusten für die „Nationale Sammlungsbewegung“ (RN) von Marine Le Pen einhergingen, zeigt sich, dass das von Demoskopen seit Langem vorausgesagte Duell zwischen Macron und Le Pen bei den Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr keineswegs in Stein gemeißelt ist. Nun spielt mit dem Journalisten und Buchautor Eric Zemmour ein weiterer Kandidat damit, seinen Hut in den Ring werfen.
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| »SCHULE MACHEN« – LUXEMBURG 2/2021

Für Kinder und Jugendliche ist Schule ein wichtiger Teil des Alltags: Freund*innen, Liebeskummer, Stress mit den Eltern. Auch die großen Fragen spielen hier eine Rolle: Was wird aus meiner Zukunft? Was ist los mit dem Klima? Warum bin ich »Förderkind« oder meine Schule ein »Brennpunkt«? Und warum fühle ich mich hier so häufig fehl am Platz? Oft ist Schule mühevoll und einschüchternd, eher Lernfabrik als Lebensraum. In kaum einem Land entscheidet die soziale Herkunft so sehr über den Bildungsweg wie in Deutschland. Wenn Schulen auch noch in einem Leistungswettbewerb stehen, erscheinen Kinder, die schlechtere Startbedingungen haben, als »Problem«.
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| Frankreichs Linke verharrt in der Krise

Spätestens seit dem Wahlerfolg Emmanuel Macrons im Frühjahr 2017 bei den Präsidentschaftswahlen muss für Frankreich konstatiert werden, dass das alte Parteiensystem in eine existenzielle Krise geraten ist. Weder der rechtsbürgerliche François Fillon noch der sozialdemokratische Benoit Hamon konnten eine Stichwahl verhindern zwischen der rechtspopulistischen Marine Le Pen und dem ehemaligen Wirtschafts- und Finanzminister Emmanuel Macron, der sich als radikaler, unideologischer und überparteilicher Erneuerer gab. Auch für die im kommenden Jahr anstehenden Präsidentschaftswahlen deutet sich erneut eine starke Zersplitterung innerhalb der politischen Lager, besonders in der Linken, ab. Selbst innerhalb der antiliberalen Linken dominieren inzwischen die gegenseitige Abgrenzung.
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| Paradigmenwechsel in der Industriepolitik?! Strategische Konsequenzen für den sozial-ökologischen Umbau

Wir können uns „nicht auf der vermeintlichen Gewissheit ausruhen, dass unser Modell einer […] liberalen und sozialen Marktwirtschaft gegenüber dem chinesischen System langfristig gesamtwirtschaftliche Vorteile mit sich bringt“.

Diese bemerkenswerten Zweifel am Wirtschaftssystem der BRD äußerte nicht irgendwer, sondern der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI), der größte und mächtigste Unternehmensverband der Bundesrepublik, in einem Strategiepapier zu China Anfang 2019.
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| HKWM-Stichwort: Bildung

Mit seiner doppelten Bedeutung von Erziehung und Entwicklung ist Bildung ein ausgesprochen deutscher Be­griff. Er weist Parellelen zum italienischen cultura und zum russischen prosvestschenie auf, hat aber kein angelsächsi­sches Äquivalent, obwohl im Englischen gelegentlich von enlightenment oder edifying die Rede ist (Inglis 1985). Er bezieht sich auf den Prozeß der Formung, Kultivierung und Zivilisierung der Persönlichkeit. Er bietet eine Philosophie der Pädagogik und verknüpft die individuelle Entwicklung mit der gesellschaft­lichen im Prozeß der Formierung gesellschaftlicher Wesen und gesellschaftlicher Organisationsformen.

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| Wider das 45-Minuten-Regime. Digitales Lernen in der Pandemie

Das Homeschooling war für Lehrer*innen, Schüler*innen und Eltern eine enorme Herausforderung. Für viele war es aber auch Anlass, Schule ganz anders zu machen.
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| »Wer durchfällt, versaut mir die Abi-Noten nicht.« Warum Ökonomisierung Selektion verschärft

Wenn Schulen nach ihrem Abi-Durchschnitt gerankt werden, sind Schüler*innen mit schlechten Startbedingungen ein »Problem«. Die Konkurrenz um Bildungschancen ist eng mit Rassismus und Klassenverhältnissen verschränkt.
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| Polytechnische Bildung: Alter Hut oder neue Chance?

Schulisches Lernen mit praktischer Arbeit zu verbinden,ist eine der frühen Ideen der sozialistischen Bewegung. Für heute könnte sie neu gedacht werden.


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| »Unendlich recycelbare Mythen«. Zu den politischen Herausforderungen reproduktiver Gerechtigkeit

Kämpfe um sexuelle Selbstbestimmung betonen die individuelle Entscheidungsfreiheit. Nicht selten geraten gesellschaftliche Machtverhältnisse aus dem Blick. Das Konzept reproduktiver Gerechtigkeit ermöglicht neue strategische Perspektiven und Allianzen.

In den letzten Jahren ist immer öfter von reproduktiver Gerechtigkeit die Rede, wenn es um soziale Ungleichheit im Zusammenhang mit Kinderbekommen geht. Das Konzept der Reproductive Justice wurde 1994 von Schwarzen Feministinnen in den USA entwickelt und ist inzwischen weltweit ein Bezugsrahmen für feministische Bewegungen, die Fragen von Mutter- beziehungsweise Elternschaft herrschafts- und machtkritisch angehen wollen.
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| Der Verfassungsprozess in Chile – Wie sich soziale und ökologische Konflikte gegenseitig verstärken

30 Jahre nach Ende der Diktatur bekommt Chile eine neue Verfassung. Dieser Prozess ist auch das Ergebnis von Kämpfen, die sich in den letzten Jahren vor allem um die soziale Reproduktion dreht.

Das lateinamerikanische Musterland Chile steckt in einer tiefen politischen Krise. Erste Ergebnisse dieser Umbruchphase sind die systematische Diskreditierung des Neoliberalismus, die Tatsache, dass sich das Land endlich eine neue Verfassung geben wird, und dass dem verfassungsgebenden Prozess eine indigene Frau vorsteht. Elisa Loncón entstammt dem Volk der Mapuche, das in der chilenischen Politik traditionell weitgehend ausgeschlossen wurde.
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