| Alle Artikel von Bernd Riexinger

| Sozialistische Klassenpolitik

Januar 2018
Von Bernd Riexinger

Was die Klassenfrage für die LINKE bedeutet: verbinden statt gegeneinander ausspielen

Seit der Bundestagswahl hat die Diskussion an Fahrt aufgenommen, welche Milieus, sozialen Gruppen oder Klassen DIE LINKE anspricht und ansprechen kann – und wie das zu beurteilen ist. Bereits bei verschiedenen Landtagswahlen war ein Trend zu erkennen, der sich in der Bundestagswahl bestätigt hat: DIE LINKE gewinnt neue Wähler*innen unter jungen, häufig akademisch Gebildeten in den Großstädten und urbanen Zentren. Dort konnte der Zuspruch seit Parteigründung nahezu verdoppelt werden. Der Stimmenzuwachs am 24. September 2017 wäre ohne diese Entwicklung nicht möglich gewesen.
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| An Enticing Offer. Die Linke as a Party of Trade Union Renewal

Oktober 2017
by Bernd Riexinger

The 2007 founding of Die Linke, or the Left Party, in Germany marked a crack in the social-democratic hegemony that characterizes Germany’s trade unions. This hegemony had been eroding since the 1990s, but in the wake of mass protests against the “Agenda 2010” reforms, fractions of the trade unions finally broke with the neoliberalized Social Democratic Party (SPD) to participate in the founding of Die Linke.[1] The party has thus far been able to fill the gap it created and establish itself as a strong minority wing within the trade unions. At the same time, it faces the challenge of extending its support to unionized wage earners and expanding its “use value” within the struggles for better living and working conditions.[2]
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| Klassenkampf wagen. Didier Eribon und die deutsche Linke

Oktober 2016
Von Bernd Riexinger

»Als ich aufs Gymnasium ging, wurde mein Vater – ein Arbeiter – nicht müde, gegen ›die Studenten‹ zu wettern. Sie, die ›alles besser wissen‹, würden in zehn Jahren zurückkommen, ›um uns zu regieren‹.« So steht es in Didier Eribons Buch. Und weiter: »Und so ist es schließlich auch gekommen […] nach oftmals verblüffenden Karrieren sind sie politisch, intellektuell und persönlich in der Komfortzone der sozialen Ordnung angekommen und verteidigen nunmehr den Status quo einer Welt, die ganz und gar dem entspricht, was sie geworden sind.«
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| Ein unmoralisches Angebot. Die LINKE als Partei gewerkschaftlicher Erneuerung

August 2016
Von Bernd Riexinger

Die Gründung der Partei die LINKE im Jahr 2007 steht auch für eine Schwächung der sozialdemokratischen Hegemonie innerhalb der Gewerkschaften. Diese war seit den 1990er Jahren brüchig geworden, doch insbesondere im Zuge der Massenproteste gegen die Agenda-2010-Politik hatten sich Teile der Gewerkschaften endgültig von der neoliberalisierten SPD gelöst. Die Linke konnte in diese Lücke vorstoßen und sich als starke Minderheitenströmung in den Gewerkschaften etablieren. Gleichzeitig steht sie vor der Aufgabe, ihre Verankerung bei den gewerkschaftlich organisierten Lohnabhängigen auszubauen und ihren ›Gebrauchswert‹ für die Kämpfe um bessere Arbeits- und Lebensbedingungen zu erhöhen.1
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| Wege zum Infrastruktursozialismus

Dezember 2015
Von Bernd Riexinger

Für ein Neues Normalarbeitsverhältnis

Der neue Schub der Digitalisierung könnte zu weitreichenden Umbrüchen in der Arbeit und im Alltagsleben führen. Oft wird dies eher als Bedrohungsszenario diskutiert (vgl. Krämer in diesem Heft). Die deutliche Steigerung der Arbeitsproduktivität und neue Formen der Produktion können aber auch Chancen eröffnen für ein stärker selbstbestimmtes Arbeiten und Leben, für eine sozial gerechtere und ökologische Gestaltung der Wirtschaft – und für neue Formen der Demokratie, die Alltag und Arbeit einschließen. Nur eines ist sicher: Von sich aus wird die technologische Entwicklung nicht zur Emanzipation führen.
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| Kein ruhiges Hinterland. Gegenhegemonie organisieren

April 2015
Von Bernd Riexinger

Die politischen Verhältnisse in Deutschland scheinen seit der Bundestagswahl seltsam unbeweglich. Die Umfragewerte der Parteien zeigen keine großen Schwankungen, eine Reihe von Gesetzen und Reformvorhaben wurde verabschiedet, der Mindestlohn ist eingeführt – doch lückenhaft und ohne wirkliche Zähne gegen die Möglichkeit, ihn zu unterlaufen. Der Niedriglohnsektor ist nach unten reguliert, aber nicht grundsätzlich infrage gestellt: Die Grenze liegt derzeit bei 9,53 Euro. Trotzdem ist der Mindestlohn ein Erfolg für alle, die seit Jahren dafür gekämpft haben.
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| Welche Vision von Europa?

Februar 2014
von Bernd Riexinger

…man kann auch sagen“, so Antonio Gramsci, „dass der historische Prozess zu dieser Union hinstrebt und es viele materielle Kräfte gibt, die sich nur in dieser Union werden entfalten können: wenn es in x Jahren diese Union geben wird, wird das Wort „Nationalismus“ die gleiche archäologische Bedeutung haben wie das derzeitige ‘Munizipalismus’“.

Nicht erst heute teilen viele Linke die Hoffnung, dass mit der Herausbildung eines vereinten Europas Nationalismus und Kriege der Vergangenheit angehören und sich ein friedliches Europa herausbilden kann, in dem sich Wohlstand, Menschenrechte, Demokratie und Weltoffenheit entfalten können.
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| “Es reicht” – Strategien zur Umverteilung

Dezember 2013
Ueli Mäder, Bernd Riexinger und Mechthild Schrooten im Gespräch

Die gesellschaftliche Ungleichheit wächst, Reichtum und Armut sind extrem ungleich verteilt, die Schere zwischen hohen und niedrigen Einkommen ist immer weiter aufgegangen. Was lässt sich dagegen tun? Woher kommen die Ungleichheiten? Welche Erwartungen haben Menschen an eine gerechte Gesellschaft?
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| Arbeitszeitverkürzung. Neue Perspektiven aus den Kämpfen entwickeln

Dezember 2012
Gespräch mit Bernd Riexinger

Eine wesentliche Erscheinung der Krise der Reproduktion zeigt sich in der Organisation der Zeit, nicht zuletzt der Arbeitszeiten. Wie siehst du die Probleme? Und was sind gewerkschaftliche Strategien darin?

Eine gewerkschaftliche Strategie zur Arbeitszeitverkürzung existiert derzeit nicht; zwar gibt es einzelne Versuche, der Entgrenzung der Arbeitszeit entgegen zu wirken, aber von einem gewerkschaftlichen Konzept zur Arbeitszeitpolitik lässt sich kaum sprechen.


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| Grüner Kapitalismus?

September 2012
Von Bernd Riexinger und Katja Kipping

Systemwechsel statt Farbwechsel

Die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen ist eng damit verknüpft, wie im Kapitalismus produziert wird. Der Zwang zum Wachstum und dass ökologische Kosten externalisiert werden – darin liegen strukturelle Schranken für ein Leben im Einklang mit den ökologischen Grundlagen. Ein grüner Kapitalismus kann Profitzwang und nachhaltige Produktion nicht versöhnen; er kann den Planeten höchstens für einen Teil der Menschheit lebensfähig halten. Gesundheit, Qualität der Ernährung oder risikoarme Lebensorte bleiben von den finanziellen Möglichkeiten des Einzelnen abhängig.
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