| Alle Artikel von Mario Candeias

| Portugal: Tolerierung einer Anti-Austeritäts-Regierung − ein erfolgreiches Modell?

August 2017
Von Mario Candeias

Seit Ende 2015 stellt die sozialdemokratische Partido Socialista (PS) in Portugal eine Minderheitsregierung mit parlamentarischer Unterstützung der radikalen Linken – dem Linksblock (Bloco de Esquerda) und der portugiesischen Kommunistischen Partei (PCP). Eröffnet dieses Modell der Tolerierung einer Anti-Austeritäts-Regierung Bewegungsmöglichkeiten für eine radikale Linke zwischen Opposition und Koalitionsbeteiligung als ‚Juniorpartner‘? Ermöglicht es, bestimmte begrenzte Reformen durchzusetzen und zugleich ein eigenständiges transformatives Projekt zu entwickeln? Kann es gar als Vorbild dienen für andere Länder? Selbstverständlich ist kein ‚Modell‘ aufgrund der in der Realität immer sehr spezifischen Rahmenbedingungen einfach auf andere politische Konstellationen übertragbar, aber es lässt sich doch immer etwas aus den Erfahrungen in anderen Ländern lernen.
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| Eine Frage der Klasse. Neue Klassenpolitik als verbindender Antagonismus

August 2017
Von Mario Candeias

Nicht dass die Klassenfrage je ganz verdrängt werden konnte. Sie fristete ein marxististisches Schattendasein. Doch manchmal brach sie überraschend an die Oberfläche der Feuilletons, um kurz darauf wieder zu verschwinden. Inzwischen wird kaum noch bestritten: Wir leben (wieder) in einer Klassengesellschaft. Ungleichheiten nehmen zu, soziale Spaltungen verfestigen sich, selbstverständliche soziale Sicherheiten sind einer verallgemeinerten Kultur der Unsicherheit und der Angst vor Abstieg gewichen. Selbst die vermeintlich gesicherte Mitte muss immer mehr Anstrengungen unternehmen, um ihren Status zu halten. Oliver Nachtwey (2016) fand dafür das Bild der Rolltreppe, die nach unten fährt: Man darf nicht stehen bleiben, will man nicht abgleiten und man muss sich ganz schön anstrengen, will man sogar gegen die Fahrtrichtung ein bisschen nach oben gelangen.
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| ABC der sozialistischen Transformation: Doppelte Transformation

Mai 2017
Von Dieter Klein & Mario Candeias

Begriffe sind die Werkzeuge des Denkens. Mit welchen Werkzeugen denken wir eine sozialistische Transformation? Im Anschluss an das von der Rosa-Luxemburg-Stiftung mit produzierte »ABC der Globalisierung« und das »ABC der Alternativen« wollen wir in jedem Heft einen kurzen einführenden Text zu einem zentralen Begriff einer sozialistischen Transformation veröffentlichen. Das Format »ABC« hat sich als nützlich erwiesen, denn in der Kürze liegt die Herausforderung, sich auf das Wesentliche zu beschränken: Was kann der jeweilige Begriff potenziell leisten, wo kann er zum Einsatz kommen?

 

Doppelte Transformation (Klein)

Trotz aller Fortschritte, die die kapitalistische Moderne mit sich gebracht hat, haben sich die Destruktivkräfte in ihr potenziert:
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| Die alte Tante. Zur Erneuerungs(un)fähigkeit der Sozialdemokratie

Dezember 2016
Von Mario Candeias

Müssen wir wieder von vorn anfangen? Ausgehend von den Impulsen der Arabellion (vgl. LuXemburg 2/2011) hatte 2011 mit den Platzbesetzungen ein Bewegungszyklus begonnen, der in der Krise eine neue Hoffnung auf Veränderung in die Welt brachte. Am deutlichsten wurde dies in den Demokratiebewegungen der Empörten des 15M in Spanien, auf dem Syntagma-Platz in Griechenland und bei Occupy Wall Street in den USA. Ist dieser Bewegungszyklus an sein Ende gekommen? Ich denke, nein.
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| Rückkehr der Hoffnung. Für eine offensive Doppelstrategie

November 2016
Von Michael Brie und Mario Candeias

Die Zukunft ist abhanden gekommen. Die neoliberale Utopie ist erschöpft, aber ebenso sind es die linken Alternativen. Die Jahrzehnte eines zunächst konservativ-orthodoxen Neoliberalismus von Thatcher bis Kohl, seiner Verallgemeinerung unter den Regierungen Blair bis Schröder und schließlich seine autoritäre Vertiefung und Verankerung in den Jahren der Krise haben soziale Ungleichheiten und eine Polarisierung der Gesellschaft bewirkt, die kaum noch zu beherrschen ist.
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| Rebellische Städte – Erfolg oder Frust?

September 2016
Kontrovers mit Raul Zelik, Hanno Bruchmann und Mario Candeias

Im Treibsand der Institutionen

Raul Zelik

Im Mai 2015 eroberten linke Kandidat*innen zahlreiche Rathäuser im spanischen Staat.Diese ›munizipalistische Linke‹ konnte zwar auf die Unterstützung von Podemos und anderen Linksparteien zählen, versteht sich aber durchaus als Alternative zur klassischen Parteienpolitik.
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| Lost in the Crowd?: Gedanken zu Porcaros »strategischer Partei«

August 2016
Von Mario Candeias

In Zeiten großer Dringlichkeit ist die verbindende Partei gescheitert. Porcaro drängt in Richtung auf eine strategische Partei, die schnell und massenwirksam das Notwendige tut. Doch wie vermeiden wir, dass weder »die unausweichliche ›Einsamkeit‹ der strategischen Entscheidung sich […] in einen Monolog verwandelt« (15), noch dass sich die strategische Initiative in der Menge verliert?1

Wer führt?

Die gesellschaftlichen Mobilisierungen in Spanien und Griechenland schienen mit Blick auf verbindende Perspektiven einen großen Sprung zu ermöglichen. Diese an unzähligen Orten zugleich stattfindende molekulare Organisierung hatte kein Zentrum, sie gründete auf vermittelnden Strukturen: einer verbindenden Partei, die angesichts einer fragmentierten sozialen und politischen Situation nicht mehr als klassische Massenpartei mit Avantgardeanspruch, aber auch nicht einfach als Koalition unterschiedlicher Parteien funktionieren kann, sondern als »Koalition unterschiedlicher Parteien, Gewerkschaften, zivilgesellschaftlicher Organisationen«, von denen jeder »zum Anführer der gesamten Front« werden kann (Porcaro 2013).
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| Wahlen in Spanien: Gibt es eine portugiesische Lösung?

Juni 2016
Von Mario Candeias

Für eine ungehorsame Regierung der Hoffnung

Das Zweiparteiensystem ist schon seit den letzten Wahlen Geschichte. Aus den Fehlern der letzten Wahl, bei der Podemos und die Vereinigte Linke (Izquierda Unida, IU) getrennt angetreten waren, ist gelernt worden: Das spanische Wahlsystem begünstigt bevölkerungsarme, ländliche Regionen und Regionalparteien, benachteiligt kleine landesweite Parteien.
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| DiEM und Co

April 2016
Von Mario Candeias

Demokratiebewegungen in Europa – jeder seins oder verbindende Praxen?

Die europäische Krise führt zu grassierendem Chauvinismus, Rassismus und Desintegration. Getrieben von dieser Dynamik wird mit dem Ausnahmezustand regiert. Autoritär werden Austerität, der verschärfte Abbau von Arbeits- und Sozialrechten und ein inhumanes, militarisiertes Grenzregime durchgesetzt, das Asylrecht wird geschleift.
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| Der Name der Zeit: Demokratie Entgrenzen

April 2016
Von Mario Candeias

Die europäische Krise führt zu grassierendem Chauvinismus, Rassismus und Desintegration. Getrieben von dieser Dynamik wird mit dem Ausnahmezustand regiert. Autoritär werden Austerität, der verschärfte Abbau von Arbeits- und Sozialrechten und ein inhumanes, militarisiertes Grenzregime durchgesetzt, das Asylrecht wird geschleift.
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